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Mit und im Profil: Die fünf Jungs von Sore Minds Shift mit (v.li). Luis Schneidewind, Robert Marksteiner, Niklas Bannwarth, Niklas Halm und Raphael Hohl haben den „Running fort the Best“-Wettbewerb des Kreisjugendrings gewonnen.

Am 1. Mai beim „Laut Stark Festival 2019“

Sozialkritik in starken Klangfarben: Diese Newcomer-Band spielt auf dem Marienplatz

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Die Newcomer-Band „Sore Minds Shift“ aus Neubiberg und Ottobrunn hat voriges Jahr den Nachwuchs-Wettbewerb „Running for the Best“ gewonnen. Jetzt spielen sie auf dem Marienplatz.

Neubiberg/Ottobrunn – Harte Riffs und Beats erklingen, volle Stimmen und griffige instrumentelle Zwischenspiele locken im Neubiberger Kulturzentrum „Gleis 3“ ganz unters Dach. Hier probt die Newcomer-Band „Sore Minds Shift“ an ihren aktuellen und neuen Kompositionen. Vor wenigen Wochen haben die fünf Jungs aus Neubiberg und Ottobrunn den renommierten Nachwuchs-Band-Wettbewerb „Running for the Best“ gewonnen, den der Kreisjugendring München-Land seit 1991 veranstaltet.

Beim Finale im Feierwerk brillierte die junge, vielversprechende Kombo um Frontsänger und Saxophon-Könner Luis Schneidewind mit einem filigranen, einprägsamen Mix aus Crossover, Blues, Rock, Indie und Folk. Besondere Siegeslorbeer: Shore minds Shift wird am 1. Mai auf dem Münchner Marienplatz ab 16.30 Uhr als Opener das „Laut Stark Festival 2019“ eröffnen.

Im Übungsraum des „Gleis 3“ am Neubiberger Bahnhof unterstreichen die Freunde selbst beim Proben, dass ihr Projekt ehrgeizig angelegt und Sore Minds Shift bewusst aus allzu fixierten Rastervorstellungen von Nachwuchsbands herauszubrechen ist. Der sozialkritische Ansatz, der als philosophische Tonleiter über all ihren Stücken schwebt, widerspiegelt sich dabei bereits im Band-Namen: „Wunde Gedanken verschieben sich“ verweist auf den tiefergehenden musikalisch-textlichen Ansatz der Gruppe.

Es ist diese starke Team-Abstimmung ihrer Musik, die beeindruckt: aus melodiös starken Stücken und behutsam forcierten Blues bis exaltierten Rock-Rhythmen, die Drummer Robert Marksteiner kräftig pusht und zusammen mit dem Bass-Timbre von Raphael Hohl erdet. Die Niklas Bannwarth um echte Zaubertöne aus seiner E-Gitarre veredelt, Luis Schneidewind mit starken Soli am Saxophon variabel gestaltet und dann im Stimm-Abgleich mit Niklas Halm phonetisch in breiter Tonlage zusammenführt.

Es sind starke Songs und Tonstrecken, welche die Band selbst entwickelt. In der Nummer „Phosphor rain“ etwa steckt die kritische Auseinandersetzung mit der Drogenproblematik. „Das haben wir alles schon im Freundeskreis erlebt. Solche Stücke drängen sich auf“, erklärt Frontmann Schneidewind. Auch beim Band-Lieblingsstück „Jester“ wird der Ansatz mehr als deutlich: Humanen Anspruch und Aufruf zu mehr Menschlichkeit, einem wachen Miteinander und dem Blick auf die großen Welt-Zusammenhänge verknüpfen Sore Minds Shift in beeindruckenden Sanges- und Instrumentalstrecken mit hohem künstlerischen Anspruch. „Shadows“ bietet ein ruhiges, nachdenkliches Intro, berückende Instrumental-Soli, heftige bis harmonische Sound-Übergänge und ein Stimmen-Mix-Duell Schneidewinds und Halms, das die Variabilität dieser Band hörbar beschreibt.

Aus der Not eine Tugend gemacht hat Band-Gründer Schneidewind. Weil seine vorherige Gruppe nicht funktionierte, brach der angehende Tonmeister zu neuen Ufern auf. Fündig wurde er an der Universität und im eigenen Umfeld. Teile der „Shifts“ leben im gleichen Wohnblock. In erst gut einem halben Jahr Bandgeschichte ist bereits ein knappes Dutzend Nummern entstanden.

Die Jungs sind glaubwürdig im Ansatz. Das hilft auf der Bühne, bei der Probe und bei der Kreativ-Zigarettenpause auf dem „Gleis 3“-Dach. „Wir bräuchten nur etwas mehr Probezeit, obwohl uns das Zentrum und die Gemeinde toll unterstützen“, erklärt Schneidewind. Demnächst geht es wieder ins Studio. Die Band will bald ein erstes Album präsentieren. Eine Kostprobe ihrer Musik gibt’s jetzt schon einmal zu hören, beim Auftritt am 1. Mai auf dem Marienplatz.

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