Rund ums Neubiberger Rathaus
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Rund ums Neubiberger Rathaus tut sich in den kommenden Jahren einiges.

Planungen für neues Bürgerzentrum Neubiberg: Abgespeckte Tiefgarage und Kulturamt innerhalb vom Rathaus

Sparen bei den Parkplätzen unter der Erde

  • vonHarald Hettich
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Das Projekt Bürgerzentrum am Rathausplatz soll günstiger werden. Die Gemeinde hat nun neue Möglichkeiten zum Sparen aufgetan.

Vier Millionen einsparen und damit das Projekt Bürgerzentrum am Rathausplatz von zunächst 24 auf 20 Millionen Euro Bausumme abzuspecken – dieses Ziel hatte Neubiberger Gemeinderat im vergangenen Jahr gesteckt (wir berichteten). Beim Ansetzen des Rotstiftes beim größten Gemeindeprojekt aller Zeiten ist der Sonderausschuss, der eigens dafür gegründet wurde, in dieser Woche offenbar einen Schritt weitergekommen. Einstimmig einigten sich die Ausschussschussmitglieder auf einen Vorschlag für den Gemeinderat, der kommenden Montag tagt: Neben neuerlich drastisch reduzierten Tiefgaragenkapazitäten unter dem Rathausplatz samt neuer Zufahrtsregelung und oberirdischem Stellplatzkonzept sieht er auch eine Situierung des Kulturamtes innerhalb des Rathauses vor.

Kulturamt im Rathaus

Die Alternativ-Variante, das Kulturamt im sanierten Haus für Weiterbildung nebenan zu situieren, wurde nach Hochrechnungen verworfen. Zwar hatten die Bauexperten eine mögliche Einsparung der Rathausbaukosten um rund eine halbe Million Euro hochgerechnet, wenn das rund 90 Quadratmeter umfassende Kulturamt ausgelagert werde. Doch bei einer Unterbringung im Haus für Weiterbildung müsste man der dort bisher heimischen Volkshochschule, den Vereinen und der Musikschule verpflichtend Alternativräume anderswo zur Verfügung stellen. Knapp 40 000 Euro an möglichen Mietkosten wurden hier hochgerechnet. Einsparen will man beim Rathausneubau bekanntlich dennoch. So soll unter anderem ein multifunktionaler Ratssaal entstehen und andere Raumressourcen platzsparend und synergetisch genutzt werden.

Weniger Stellplätze

Die größten Hoffnungen auf Sparpotenzial verbinden Neubibergs Räte und Verwaltung mit der abgespeckten Tiefgaragenlösung. Von einstigen Planungen mit mehr als 100 Stellplätzen im unterirdischen Bereich zwischen Hauptstraße und Rathausplatz ist man längst abgerückt. Die aktualisierte Vorplanung hatte zuletzt rund 85 Stellplätze vorgesehen. Jetzt sollen nur noch 30 Tiefgaragenplätze verwirklicht werden. Ein entsprechend verändertes Stellplatzkonzept soll laut Ausschuss den „weiteren Planungen zugrunde gelegt werden“.

Wesentliches Merkmal der neuen, verkleinerten Lösung: die Tiefgarage samt Zu- und Abfahrt folgt der Kubatur des Rathausneubaus östlich des alten Rathauses. Zu- und Abfahrt sollen über den östlichen Rathausplatz erfolgen. Um die dortigen Baum- und Grünstrukturen zu schützen, soll die Rampe möglichst nah an das Rathaus-Neubaugrundstück östlich des Altbaus herangeführt werden – auch damit nach dem Willen der Planer „die vorgelagerten, öffentlichen Wege und Straßenführungen weitestgehend unverändert verbleiben können“.

Rampe mit Ampel

Aufgrund der deutlichen Reduzierung der Stellplätze kann nun eine einspurige Rampe mit Ampelregelung für die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage konzipiert werden – mit einem Haltebereich für wartende Fahrzeuge auf gemeindlichem Grund, um Rückstau zu verhindern. Weil die Rampe nun nördlich des neuen Rathausbaukörpers situiert wird, ergeben sich weiter südlich neue Möglichkeiten. Nach früheren Planungen sollte die Tiefgarage im Neubiberger Zentrum über eine Rampe an der Hauptstraße im Bereich des ehemaligen Maibaum-Standortes angedockt werden. Durch die Verlegung nordwärts bleibt der oberirdische Parkplatz zwischen Hauptstraße und Rathaus erhalten. Zudem soll er neu gestaltet und begrünt werden.

Im Ergebnis sieht das neue Stellplatzkonzept am Rathausplatz neben der Tiefgarage und dem Erhalt des früheren Maibaumparkplatzes mit 29 Plätzen weitere 21 Parkplätze im Bereich der Lindenallee sowie 19 weiter östlich im Bereich der Wittelsbacher Straße vor. Wenn der Gemeinderat das Konstrukt am Montag so absegnet.

Noch mehr Baustellen

Gegenüber des Rathauskomplexes auf dem Areal am Rathausplatz 1-3 künden Baumfällungen von größeren Aktivitäten. Bekanntlich hatten sich nach rund vierjährigen Turbulenzen und zeitweiliger Veränderungssperre (wir berichteten) Gemeinde und Investor trotz der Einwände der Anwohner – Stichwort „Koloss“ – auf einen abgespeckten Bebauungsplan samt intensivierter Grünplanung verständigt. Dieser sieht den Bau von 23 zweigeschossigen Stadthäusern „in prägender Holzbauweise“ über das gesamte Areal östlich der Lindenallee, westlich der Grundschule, nördlich des Rathausplatzes und südlich der Rotkäppchenstraße vor. Während mit dem Erhalt des Medizinischen Versorgungszentrums St. Cosmas ein wichtiger Aspekt berücksichtigt wurde, werden die Grünplanungen vor Ort mit Streuobstwiesen und Obstbäumen von Anwohnern wie Umweltschützern weiter kritisch gesehen.
Im südlichen Teil kündet die jüngste genehmigte Fällung von 19 alten Bäumen vom anstehenden Abriss des sogenannten Mittelbaus auf dem Gelände. Der Abriss könnte nach Informationen des Baubetreibers bereits in einigen Wochen erfolgen. Dabei sollen die noch bestehenden Altbäume auf dem Areal aber verschont bleiben. hh

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