Die Brücke hält: Die wissenschaftlichen Mitarbeiter Michael Niederwald und Josef Gmach (v.l.) helfen Milena über die selbst gebaute Brücke. Foto: Christian Huss

Technik ist eben doch Mädchensache

Neubiberg - Im Ferienprogramm „Mädchen machen Technik" haben sich elf Schülerinnen als Forscherinnen versucht: An der Universität der Bundeswehr München lernten sie beim Projekt „Beton, Holz, Papier - Kreative Brücken bauen" den Umgang mit Baustoffen kennen, unter der Anleitung der Laborverantwortlichen Eugen Hiller und Nancy Beuntner, beide von der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften.

Gespannt beobachten die Schülerinnen, wie sich ein Mädchen nach dem anderen über die selbstgebaute Holzbrücke ohne Schrauben und Nägel wagt - und die Brücke hält. Michael Niederwald, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konstruktiven Ingenieurbau, will dann die Tragfähigkeit der Brücke weiter ausreizen. Erst wippt er leicht, dann stemmt er seine Füße mit voller Kraft in die Holzleisten - die Brücke hält . Von Leonardo da Vinci einst für militärische Zwecke erfunden, stabilisiert sich die Konstruktion bei einer Belastung selbst über Reibung und eine Flechttechnik.

Mit Holzstäbchen probierten die Mädchen vorher verschiedene Legetechniken aus, sodass die Brücke einer Belastung auch ohne Nägel und Leim standhalten kann. Nach einigen Versuchen haben sie den richtigen Dreh raus. Mit der Hilfe der Betreuerinnen Carola Chucholowsky und Ricarda Gmür vom Institut für Werkstoffe des Bauwesens hält die Miniaturbrücke schließlich dem prüfenden Fingerdruck stand.

Im weiteren Programm lernen die Mädchen die Funktionsweise von Baustoffen wie Glas und Zement kennen. Sie sehen, was passiert, wenn man Zement mit Wasser mischt, und lernen, Mörtel in jede Form zu bringen - so gestalten sie Schlüsselanhänger, Memohalter und Schälchen. Die Jugendlichen entdecken, wie viel Kraft benötigt wird, um Beton- und Holzwürfel zu zerreißen und erleben Wärmekameras im Einsatz.

Projekte dieser Art vereint das Ferienprogramm „Mädchen machen Technik“ der Agentur „Mädchen in Wissenschaft und Technik“ der Technischen Universität München jedes Jahr. Diese werden von Wissenschaftlern aus Münchner Hochschulen und Forschungseinrichtungen konzipiert und geleitet. So erhalten die Kinder nicht nur Einblick in eine wissenschaftliche Tätigkeit - sie experimentieren und lernen dadurch spielerisch naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge kennen, teilt die Bundeswehr-Universität mit. Sie ist jährlich mit verschiedenen Fakultäten am Programm beteiligt. Das Projekt „Beton, Holz, Papier - Kreative Brücken bauen“ haben Teams des Instituts für Konstruktiven Ingenieurbau und des Instituts für Werkstoffe des Bauwesens der Fakultät für Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften organisiert und durchgeführt.

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