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Da ist der Jesus: Tobias Thalhammer vor der Christo-Statue in Rio de Janeiro.

Neubiberger Gemeinderat prüft Vorurteile gegenüber Brasilien

Thalhammers knallharte TV-Recherche

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Neubiberg/Rio de Janeiro - Tobias Thalhammer alias Knuddelschnubbel hat für eine Fernsehsendung einen Beitrag in Rio de Janeiro gedreht. Darin überprüft er Vorurteile gegenüber Brasilien und Brasilianern auf ihren Wahrheitsgehalt. Was dabei rauskommt, ist ziemlich lustig.

Was für ein Land. Was für eine Stadt. Was für ein Reporter. Tobias Thalhammer läuft Rio de Janeiros Strand entlang. Die Wellen des Südatlantiks schlagen gegen seine Flipflops. Mit einer Hand hält er eine aufgeschlagene Kokosnuss mit Strohhalm in Richtung des Himmels über Südamerika. Der Neubiberger FDP-Gemeinderat ruft in der Landessprache Portugiesisch: „Coco, Coco, Coco.“ Toby ist auf Recherche. Tobias Thalhammer, alias Toby, alias Knuddelschnubbel, kann bekanntlich alles. Für die FDP saß er im Landtag. Als Schlagersänger ist er in Polen ein Star und stand schon mit Schlagergott Heino auf der Bühne. Zusammen mit Berti Vogts und Thomas Hitzelsberger präsentierte er einen Werbespot. Hauptberuflich veranstaltet der 37-Jährige Konzerte.

Nun ist er ins Fernsehgeschäft eingestiegen: Vor den Olympischen Spielen in Rio hat er eine Dokumentation über Brasilien produziert und ans Privatfernsehen verkauft – wobei man „Dokumentation“ mit Gänsefüßchen schreiben muss.

„Kicken, Cocktails, Copacabana“, so beginnt der zehnminütige Beitrag, der Anfang August beim Sender Kabel1 im Rahmen der Sendung „Abenteuer Leben täglich“ lief. Darin prüft Thalhammer Vorurteile gegenüber Brasilien und den Brasilianern. Die Erkenntnisse, die der singende Politiker gewinnt, sind – Ironiemodus an – pulitzerpreisverdächtig. Die Welt ist seit der Ausstrahlung eine andere. Wen interessieren schon noch die Panama Papers? Das hier sind die Thalhammer Tapes.

Vorurteil Nummer eins: „Alle Brasilianer haben einen Traumkörper.“ Stimmt – oh Wunder – nicht. Der Durchschnittsbrasilianer ist eher zu dick. Vorurteil Nummer zwei: „Christo steht auf dem Zuckerhut.“ Toby fährt mit der Seilbahn auf den berühmten Berg. Oben sucht er die 38 Meter hohe Jesus-Statue. Doch sie ist nirgends zu sehen. Wie geht das? Dann schwenkt die Kamera über Rio de Janeiro. In der Ferne auf einem anderen Berg entdeckt Thalhammer schließlich die Statue. Er deutet mit dem Finger dahin: „Es ist eindeutig“, sagt er, „Christo steht irgendwo ganz woanders.“ Nämlich auf dem Corcovado.

Also fährt Toby in den Süden Rios. Am Fuße des Corcovado trinkt er einen Caipirinha. Es ist der Vorgeschmack auf ein weiteres Vorurteil, das er überprüft: „Caipirinha wird mit Limette und Zucker gemischt.“ Thalhammer widerlegt das mit knallharter Recherche: Er trifft Sam, einen Barkeeper, den man laut der Sendung „Mr. Caipirinha“ nennt. Und der mixt die Cocktails nicht nur mit Limette, sondern auch mit Mango, Kiwi und Mandarine. Thalhammer probiert jede Geschmacksrichtung. Das Ergebnis: „Mir schmeckt der mit Mango am besten“, sagt er.

Er läuft nun zur Höchstform auf. Und er widmet sich einem Vorurteil, dessen Überprüfung Thalhammers ganzen Einsatz erfordert: „Ist an Brasiliens Stränden wirklich alles erlaubt? Darf man hier einfach ohne Lizenz Eis, Cocktails oder Bikinis verkaufen?“ Der Neubiberger Gemeinderat will es herausfinden. Er recherchiert quasi undercover und gibt sich als Strandverkäufer aus. Zunächst kauft er sich drei Kokosnüsse und versucht diese an Strandbesucher weiterzuverkaufen. Und wie: Thalhammer ist mutmaßlich der penetranteste Verkäufer, den die Menschen an der Copacabana jemals erlebt haben. Jedem, den er trifft, hält er seine Kokosnüsse unter die Nase. Er läuft herum und ruft „Coco“. Einmal dreht er Pirouetten vor einer Gruppe und bläst dabei in eine Trillerpfeife. Und tatsächlich: Zwei „Strandschönheiten“ wollen Thalhammers Kokosnüsse kaufen. Doch der Gentleman Thalhammer macht einen „Sonderpreis“: zwei Bussis links und rechts auf die Wange.

Das Vorurteil, an Brasiliens Stränden ist alles erlaubt, ist wahr. Thalhammer erschließt sich seinen Erfolg bei den beiden Frauen übrigens so: „Ein bisschen deutscher Charme und es klappt auch an der Copacabana.“ Ob das stimmt?

Thomas Radlmaier

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