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Neubiberg erweitert altes Rathaus

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Von: Harald Hettich

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Fünf vor Zwölf am Neubiberger Rathaus. Jetzt kann die Sanierung beginnen.
Fünf vor Zwölf am Neubiberger Rathaus. Jetzt kann die Sanierung beginnen. © msc

Nach langer Diskussion: Der Neubiberger Gemeinderat beschließt nun die Realisierung des Renommierprojekts.

Neubiberg – Das Neubiberger Rathaus kann jetzt zügig erweitert werden. Erwartungsgemäß votierte der Gemeinderat am Montag für den weiteren Planungsfortschritt. Baubeginn ist Mitte des kommenden Jahres, die Arbeiten sollen Ende 2024 fertiggestellt sein.

Der Beschluss war nicht einstimmig, weil SPD-Sprecherin Elisabeth Gerner als einzelne gegen den Beschluss stimmte. Sie kritisierte einzelne Planungsinhalte und auch den zuletzt noch einmal um rund 1,8 Millionen Euro auf aktuell 22,1 Millionen Euro erhöhten Kostenrahmen. Dennoch hält der Protest den Fortschritt fürs lange diskutierte Renommierprojekt jetzt nicht mehr auf.

Bagger am Neubiberger Ratszentrum können 2022 endlich anrollen

Die Bagger am Neubiberger Ratszentrum können 2022 endlich anrollen. Die Expertise des externen Projektsteuerers Bernhard Weiß sollte im Rat am Ende positiv verfangen. „Die Kostenaussage ist belegbar und jetzt auch zahlenmäßig belastbar“, sagte Weiß den Räten. Den höheren Kostenrahmen verteidigte der Sachverständige vor allem mit den sogenannten „add-ons“, also Zusatzleistungen.

Trinkwasserbunnen und Wasserspiel im grünen Außenbereich, eine maschinelle Belüftung und eine sogar im Umfang zuletzt noch erweiterte Photovoltaik-Anlage bereichern das künftige Objekt nicht nur, sie verteuern es eben auch. Daneben ergab die Expertise der Verwaltung und der Bauverantwortlichen nicht zu diskutierende Kostenmehrungen. Etwa für eine notwendige neue Ortsnetzstation für die Stromversorgung oder die statisch unerlässliche Nachrüstung von Fundamenten im Bestandsrathaus. Dazu soll ein integriertes Kühlaggregat eingehaust werden.

Die Tiefgaragenzufahrt erhält eine eigene Lärmschutzwand, um den Betrieb auch zur Nachtzeit nach 22 Uhr uneingeschränkt gewährleisten zu können.

Zu den Baupreissteigerungen sagte Weiß: „Der Kostenindex bei den Baupreisen ist allein seit dem letzten Sommer um 4,6 Prozent gestiegen.“ Das „Kosten-Delta“ sei so nachweisbar.

„Nach zwei Jahren Planung bekommen wir jetzt ein kleineres Rathaus, ohne Ratssaal und ohne notwendige Erweiterungsmöglichkeiten nach Osten“, kritisierte Volker Buck (SPD). „Das ist nicht zukunftsfähig“, legte er nach.

22,1 Millionen reichen nicht

Mit den jetzt festgeschriebenen 22,1 Millionen sei es nicht getan. Aufgrund des seinerzeit verhängten Planungsstopps seien auch die Mietkosten für die externen Räume am Bahnhof deutlich gestiegen. „Wir sind jetzt wieder bei jenen gut 23 Millionen“, die der alte Gemeinderat hochgerechnet habe, so Buck. Vorwürfe, die Rathauschef Thomas Pardeller (CSU) so nicht stehen lassen wollte: „Die Verzögerung durch den Stopp ist nur 1,5 Jahre“, beharrte er. Dafür bekomme man jetzt „ein nachhaltiges und ökologisch zukunftsgerichtetes Rathaus“.

Eine multifunktionale Zone im Entree-Bereich zwischen Alt- und Neubau lasse sich auch für die Gemeinderatssitzungen nutzen. „Dazu bleibt der Maibaumparkplatz unangetastet“ und auch die kostenintensive Tiefgarage könne so kleiner ausfallen, so Pardeller. Dies seien „starke Leistungen“, die auch das Kostenplus rechtfertigen würden.

Elisabath Gerner, Fraktionssprecherin der SPD, hatte „dennoch Kröten im Hals“. Man werde das Gesamtprojekt als Fraktion aber nicht blockieren. Hartmut Lilge (CSU) verteidigte die Richtung. „Das Rathausprojekt ist ein gutes Zeichen für die Gemeinde mit einem starken ökologischen Akzent“, sagte er. „Wir müssen in die Zukunft schauen“, betonte Lukas Jochum (USU). „Gut gemacht“, rief er den Projektentwicklern in der Verwaltung zu. Der Ansatz verfing. Der Rat demonstrierte Einigkeit.

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