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„Jetzt sind Sie sicher fast erschlagen!“ Das Resumée von Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland nach dreieinhalb Stunden.

Bürgerversammlung Unterbiberg

Zebrastreifen wird nicht kommen

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Der Verkehr, der von München und der Bundeswehr-Uni durch das Dorf fließt, ist das große Thema in der Unterbiberger Bürgerversammlung.

Unterbiberg – Es mag immerhin beruhigen, dass aus Sicht von Verkehrsgutachter Christian Fahnberg „Tempo 30 trotz der Wegnahme der Verengungsnasen – etwa an der Zwergerstraße – im Gros eingehalten wird und sich die Geschwindigkeiten insgesamt nicht erhöht haben.“

Bei den Messungen seines Büro Ingevost hatten sich keine signifikanten Änderungen der Verkehrsmengen feststellen lassen. Nahtstellen wie die Engstelle am Hachinger Bach oder im Verlauf des Marktplatzes bleiben bei den Unterbibergern dennoch im Fokus. Die wichtigste Forderung nach einem Zebrastreifen über den Marktplatz auf Höhe der Kirchengemeinde St. Georg wird nicht realisiert, weil laut Fahnberg zwar „genügend Autoverkehr dort herrscht“ (über 450 Pkw pro Stunde), aber die notwendigen Fußgängerquerungen nicht erreicht würden (40 statt mindestens 50). Dennoch soll es eine Querungshilfe mit Aufstellfläche geben, versprach Bürgermeister Günter Heyland. Kritisch blickte mancher Anwesende auf den Abbau der Verkehrsnasen. Josef Kyrein regte an, nicht nur punktuell zu agieren, sondern wenn, gleich alle abzubauen. Ihm antwortete Heyland, es sei hilfreicher, die Auswirkungen in einzelnen Verfahren zu testen.

Maria und Karl-Heinz Zeidler befürchteten, wenn auch an der heutigen, engen Nahtstelle am Hachinger Bach in der engen Gemengelage von Wohnen, Rad- und Fußweg, naher Schule und Einkaufsmarkt „die Nase wegfällt, dann fließt der Verkehr vermehrt, ungehemmter und schneller“. Für den Bereich dort regte Zeidler einen Zebrastreifen an. Die Zeichen stehen dafür aber schlecht. „20 querende Fußgänger pro Stunde reichen nicht“, sagte Fahnberg. „Das sind doch mehr“, beharrte Zeidler. Heyland entzerrte, sagte Messungen zu. Keine Chance auf Realisierung hat wohl der Antrag von Josef Fleischmann in diesem Bereich. Verbesserten und punktuell verbreiterten Geh- und Radwegeführungen zwischen dem Hachinger Bach und den Nahversorgern nahe der Unterhachinger Straße zur Entzerrung der Ströme erteilte Heyland eine Absage. „Zu kostspielig“ im Hinblick auf notwendige Brückenverbreiterung und umfangreichen Grunderwerb waren die Hauptargumente.

Apropos Hachinger Bach. Einige der wenigen Bürgeranfragen betrafen den Hochwasserschutz. „Hier hat die Stadt München ein Gutachten in Auftrag gegeben, das wir abwarten müssen“, sagte Heyland. Den Satz des Abends hatte vielleicht der stellvertretende Landrat Jörg Scholler geprägt. „Aus der Sicht des Landkreises gibt es über Unterbiberg nicht viel zu sagen!“ Fanden andere aber doch. Am Ende wurde es derart umfangreich, dass die Bürger „fast erschlagen waren“.

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