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Zwei Gebäude mit 22 Wohnungen  möchte die AWOhnbau-Genossenschaft bauen. 

22 Wohnungen an der Eichenstraße

AWO sagt Spatenstich an der Spielwiese ab

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  • Harald Hettich
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Das Rumoren rund um die Spielwiese an der Eichenstraße in Neubiberg geht weiter. Die AWO hat gestern den für Freitag geplanten ersten Spatenstich für das bei den Anwohnern höchst umstrittene Wohnprojekt abgesagt.

Neubiberg  „Das Ganze wächst sich aus. Die Nachbarn haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um gegen das Projekt zu opponieren“, sagte gestern Max Wagmann (68), ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des AWO-Kreisverbands.

Mit einigem Aufsehen und per Spendenaufruf hatte die Anwohner-Initiative im Streit um den Erhalt der Grünfläche zuletzt einen Anwalt engagiert und zusammen mit ihm bei der Genehmigungsbehörde im Landratsamt einen Teilerfolg erstritten. Eine Zustimmung zum Genehmigungsfreistellungsverfahren für das Genossenschaftsprojekt der AWOhnbau ereilte das Landratsamt nicht.

AWOhnbau zieht auch einen Anwalt hinzu

Drei kleine Fehler seien moniert worden, erklärt Wagmann: Die Balkone seien sechs Zentimeter zu groß, die zulässige Wandhöhe zehn Zentimeter überschritten und ein Lagerraum falsch ausgewiesen worden. Alle Punkte seien inzwischen „geheilt“. Das Landratsamt habe angeregt, das Projekt nun in einem normalen Genehmigungsverfahren weiter zu betreiben, was allerdings die Sache verzögern würde.

Bevor sie diesen Weg einschlägt, will die AWOhnbau aber ihrerseits erst einen Anwalt einschalten, erklärt Wagmann, um das Risiko eines Rechtsstreits zu minimieren. Gestern sagte er daher den Spatenstich ab. „Wir wollen erst juristisch abklären, welches Verfahren wir weiter beschreiten, denn wenn wir das normale Genehmigungsverfahren wählen, dauert das Projekt ein halbes Jahr länger und kann doch auch wieder angefochten werden.“

Pflöcke, mit denen das Baufeld abgesteckt war, wurden herausgerissen

Die Fronten sind offenbar verhärtet: Wagmann hatte auch die Anwohner-Initiative zum Spatenstich geladen. Deren Spreche habe ihn daraufhin gewarnt, ein Spatenstich könne „wieder als Provokation“ aufgefasst werden. Als die AWO dann das Baufeld abgesteckt hatte, seien einen Tag später die Pflöcke herausgerissen worden und verschwunden, berichtet Wagmann. Zudem sei Architekt Christian Würfel auf dem Grundstück von Anwohnern belagert worden.

In zwei Wohnhäusern sollen auf dem bisherigen Grünflächen-Gelände 22 „bezahlbare“ Wohnungen insbesondere für Menschen mit geringerem Einkommen geschaffen werden. Das Freistellungsverfahren hätte die Sache beschleunigt, voraussichtlich Ende 2018 wären die Wohnungen bezugsfertig gewesen.

Bei der Planung sind Genossenschaft und Gemeinde Neubiberg eng verzahnt. Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) verteidigt das Projekt vor allem mit dem „Mangel an bezahlbarem Wohnraum“ in Stadt und Landkreis und bestehendem Baurecht vor Ort.

Auf Anfrage des Münchner Merkur erklärt er: „Die Absage ist die logische Konsequenz aus der geänderten Haltung des Landratsamts.“ Der Bauherr müsse nun prüfen, mit welchem Verfahren er Rechtssicherheit herstellen könne. Die monierten Kritikpunkte seien „nichts Gravierendes“. Das Bauvorhaben an sich sieht Heyland „nicht gefährdet“. Allerdings betont er, „die Einhaltung des Baurechts“ sei „gerade auch im Interesse der Gemeinde“. Allerdings zeigte er sich „überrascht vom späten Zeitpunkt des Einwands aus dem Landratsamt“. Bei der Prüfung der vonseiten der Planer eingereichten Unterlagen im Frühjahr habe es keine Beanstandungen gegeben.

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