Um Vermüllung und Lärm zu vermeiden, gibt es in Neubiberg und Unterbiberg keine Glascontainer.
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Um Vermüllung und Lärm zu vermeiden, gibt es in Neubiberg und Unterbiberg keine Glascontainer.

Unterbiberger beklagt fehlende Wertstoffinseln

Glascontainer abgeschafft: Bürger ärgern sich

  • VonHarald Hettich
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In der Gemeinde Neubiberg gibt es keine Glascontainer. Nachdem es Beschwerden wegen Vermüllung und Lärm an den Wertstoffinseln gab, hat der Zweckverband die Container abgeschafft. Darüber ärgern sich manche Bürger.

Unterbiberg – Für Oskar Wunder aus dem Hallstattfeld 11 ist der „grüne Daumenabdruck“ mit Blick auf sein eigenes Unterbiberger Lebensumfeld zu schwach ausgebildet. „Es gibt in ganz Unterbiberg keine Glascontainer. Somit ist die Falschbefüllung der Restmülltonnen vorprogrammiert“, schreibt der erboste Bürger an die Redaktion des Münchner Merkur.

Beschwerden über Vermüllung und Lärm

„Stimmt, und ich kann den Herrn auch in gewisser Weise in seiner Verärgerung verstehen“, erklärt Neubibergs Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) auf Nachfrage. Aber man sei bewusst vor Jahren bereits einen anderen Weg gegangen. „Dauerbeschwerden über Vermüllung auch im Umfeld, über Lärm und Entsorgungen auch außerhalb der Einwurfzeiten“ nennt Geschäftsleiter Georg Wagner vom Zweckverband München-Südost als Hauptgründe.

Einmal in der Woche zum Wertstoffmobil

Acht Gemeinden sind im Zweckverband zusammengefasst. Neubiberg ist eine von insgesamt sechs Kommunen, die das System umgestellt hat. Lediglich Ottobrunn und Sauerlach gehen einen anderen Weg, wickeln die Müllentsorgung komplett eigenverantwortlich ab. Das Wertstoffmobil des Zweckverbandes am Maibaumplatz wird gut angenommen und bietet eine gute Gelegenheit, einmal pro Woche montags auf diesem Weg das Glas abzugeben“, verweist Pardeller auf das bestehende Procedere in Neubiberg.. „Dazu können die Bürger ihre Flaschen auch bei acht Sperrmüllterminen im Jahr entsorgen und zudem auch die Wertstoffhöfe anfahren“, ergänzt Wagner. Bei Wohnanlagen mit mindestens zehn Parteien würden zudem vom Zweckverband eigene Altglasbehälter aufgestellt. „Das reicht aus unserer Erfahrung gut aus – zumal ja die meisten Flaschen sowieso unter das Pfandsystem fallen“. Sollte man auf Container pochen, dann geht das relativ wohnortnah nur in Ottobrunn oder noch weiter entfernt in Sauerlach. Wertstoffinseln fände er auf Zweckverbandsgebiet nur dort.

Alle drei Jahre Neuausschreibung

Angesichts der vergleichsweise langen Wege und Anfahrt mit dem Pkw wäre dies aber kein echter grüner Daumenabdruck. Einen derartigen Flaschen-Tourismus hat man beim Zweckverband bislang aber auch nicht ausgemacht. „Unser Angebot ist ausreichend“, bilanziert Wagner. Alle drei Jahre werde die Müllentsorgung neu ausgeschrieben. Wenn dann der Zweckverband keinen Zuschlag mehr bekäme, würde sich vieles ohnehin wieder ändern.“ Für Oskar Wunder ein nicht immer einfach zu durchschauendes Geflecht kommunaler Wertstoffverwertung. „Na dann eben nicht“, lautet sein unzufriedenes Fazit. Überzeugt vom derzeitigen System ist er jedenfalls nicht.

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