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Der Hotelbetrieb des Rheingoldhofs in Neubiberg läuft in den nächsten Monaten normal weiter, versichert der Eigentümer Udo Kesselring.

Neubiberger Ausschuss lehnt Bauvoranfrage für Wohnhäuser auf Hotelgelände ab

Zukunft des Rheingoldhofs ungewiss

Neubiberg - Die Zukunft des Rheingoldhofs in Neubiberg ist ungewiss. In absehbarer Zeit wird das Hotel aber nicht abgerissen und auf dem Gelände Wohnhäuser gebaut. Der Bauausschuss hat jetzt eine entsprechende Bauvoranfrage des Hoteliers und Eigentümers abgelehnt.

Udo Kesselring, der den Betrieb seit 1991 zusammen mit seiner Familie führt, hatte auf dem Flurstück Rheingoldstraße 4 auf dem Gelände des Hotels im Osten der Gemeinde den Neubau eines Einfamilienhauses sowie eines Mehrfamilienhauses mit 14 Wohneinheiten beantragt. Die Planung fiel bei allen Ausschussmitgliedern durch. Das Vorhaben füge sich aufgrund der Proportion und Baumasse nicht in die umliegende, das Baugebiet prägende Bebauung ein, lautete der ablehnende Tenor. Die Gemeinde wird nun weitere Gespräche mit dem Bauwerber führen, verlautete es aus dem Rathaus.

Das Bekanntwerden der Bauvoranfrage hatte in den vergangenen Tagen für Unruhe und Gerüchte in der Gemeinde gesorgt. Schnell war die Rede davon, dass das bereits 1939 ursprünglich als Weinhandlung, später zur Gaststätte und Ende der 1950er-Jahre zum Hotel ausgebaute Anwesen mit seinen derzeit 20 Fremdenzimmern bald Geschichte sein werde.

„Wir haben doch erst eine Bauvoranfrage eingereicht und wollten überhaupt einmal sehen, was wir tun können“, stellt Kesselring auf Merkur-Nachfrage klar. So stecke die Idee mit dem Einzelhaus zur privaten Nutzung der Familie und einem Mehrfamilienhaus mit verschiedenen Einheiten für möglichen Verkauf und Vermietung noch in den Kinderschuhen. Dass der Bauausschuss die Planung aufgrund der vorgesehenen Höhenentwicklung und der Umfänge abgelehnt habe, sei kein Beinbruch. „Da muss man halt in der Zukunft schauen, was geht und was machbar ist“, sagt der Hotelier.

Die Veröffentlichung der Pläne hat tatsächlich viel Staub aufgewirbelt, wie Kesselring erzählt. Allein „über 40 Anrufe“ potenzieller Hotelkunden habe sein Team in den vergangenen Tagen gezählt. Tenor der Anrufer sei gewesen, „ob man bei uns noch ein Zimmer buchen könne oder ob bald schon die Abrissbagger anrücken. Das ist absolut nervig.“

Überhaupt denke die Familie schon vor dem Hintergrund der Verhandlungen mit der Gemeinde in längeren Zyklen. „Wir sind weiter voll auf den Hotelbetrieb konzentriert“, versichert Kesselring. Dieser werde sicher noch zumindest das ein oder andere Jahr weiterlaufen. Was danach passiere, stehe in den Sternen und sei von der Machbarkeit vor Ort abhängig. „Da gibt es viele Fragezeichen“, sagt Kesselring. Die Kundschaft brauche nicht verunsichert zu sein.

Das traditionsreiche Haus ist über die Gemeindegrenzen bekannt und beliebt. Theodor von Gehmen hatte dort zwischen 1939 und 1952 eine Weinhandlung und später die Weingaststätte „Rheinische Bauernschänke“ betrieben, das Wirtsehepaar Weber ab 1955 den Rheingoldhof etabliert. Anfang der 1990er-Jahre übernahmen die Kesselrings das Hotel. Zwischen 1997 und 2002 wurde das Gebäude umfangreich saniert sowie renoviert und avancierte zum Drei-Sterne-Haus. Der Rheingoldhof wurde auch mehrfach ausgezeichnet: bereits 1993 vom Freistaat Bayern als umweltbewusster Hotelbetrieb und in der Folge der Nachrüstung eines eigenen Blockheizkraftwerkes 2006 auch mit dem Neubiberger Umweltpreis im Jahr 2007.

Harald Hettich

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