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"Rosetta"-Sonde: Kometenlandung eine halbe Milliarde Kilometer über der Erde

Professoren der Bundeswehr-Uni an ESA-Projekt beteiligt

Planetenforschung in Neubiberg

Neubiberg - Die Fachzeitschrift „Nature“ hat die Ergebnisse des RSI-Experiments der Raumsonde Rosetta veröffentlicht. Maßgeblich beteiligt: Professor Bernd Häusler und Dr. Thomas Andert von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg.

Im November 2014 sorgte die Rosetta Raumsonde der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) für große Aufmerksamkeit, als die Landung der „Philae-Sonde“ auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko gelang. Der Landung gingen eine zehn Jahre lange Reise durch den interplanetaren Raum und eine langsame Annäherung an den Kometen voraus.

 Das Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung ist maßgeblich an dem Radio Science Investigation Experiment (RSI) der Raumsonde Rosetta beteiligt. Professor Bernd Häusler und Dr. Thomas Andert von der Bundeswehr-Uni in Neubiberg gehören zu einem internationalen Forscherteam, dem es gelang, aus Radiofrequenzdaten, die durch das Gravitationsfeld des Kometen beeinflusst werden, in zahlreichen Beobachtungszyklen die Masse, die Dichte, die Porosität und den inneren Aufbau des Kerns des Kometen zu bestimmen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ wurden die Ergebnisse nun einem wissenschaftlichen Publikum vorgestellt.

 Dabei kamen erstaunliche Informationen zu Tage: Der Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko ist aktuell das kleinste Objekt im Sonnensystem, dessen Masse präzise bestimmt werden konnte. Die Masse des Kometenkerns wurde mit zehn Milliarden Tonnen beziffert. Die mittlere Dichte des Kometenkerns liegt bei der Hälfte der Dichte von Wasser. Damit ist der Komet kein massiver Körper, sondern muss extrem porös sein. In seiner wahrscheinlichsten Zusammensetzung weist der Komet ungefähr viermal so viel Staub wie Eis auf. Entgegen bisheriger Vorstellungen besitzt der Kern des Kometen einen homogenen Aufbau mit einer hohen Porosität, aber ohne große Hohlräume im Inneren. Diese Ergebnisse haben Auswirkungen auf die Vorstellungen über die Bildung von Kometenkernen aus der Urwolke im kalten äußeren Sonnensystem.

 Neben dem Rosetta-Projekt ist das Institut für Raumfahrttechnik und Weltraumnutzung der Bundeswehr-Universität unter der Leitung von Professor Roger Förstner an zwei weiteren ESA-Projekten beteiligt: So werden in den sogenannten „Radio Science Experimenten“ von Mars Express und Venus Express die Atmosphären von Mars und Venus untersucht.

mm

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