Vereine durch Zuschüsse entlasten

Platzstunden werden teuer

Neubiberg - Die Finanzierung des Neubiberger Sportparks wird komplizierter. Immerhin, derzeit signalisieren die Beteiligten Gesprächsbereitschaft. Nach einem Mehrheitsbeschluss des Hauptausschusses müssen Sportler, aber auch ortsfremde Nutzer künftig für die Belegung der Dreifachturnhalle und der Frei-Sportflächen an der Zwergerstraße deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Für iese lösung hat sich der Ausschuss gegen die Stimmen der CSU entschieden. Durch die höheren Gebühren sollen künftig die laufenden Betriebskosten zu 100 Prozent abgedeckt werden. Derzeit könnten durch die Abgaben der Sportler noch nicht einmal die Reinigungskosten bestritten werden, äußerte sich Neubibergs Bürgermeister Günter Heyland (FW.N@U) zuletzt drastisch. Die Gemeinde ist unter Zugzwang. Schreibt doch das Kommunalabgabengesetz die volle Kostendeckung vor. 

In Zahlen ausgedrückt werden die Befürchtungen der Clubs deutlich: Während die ortsansässigen Vereine wie der TSV Neubiberg und der FC Unterbiberg sowie die VHS bislang nur einen symbolischen Obolus von einem Euro pro Stunde für die Nutzung berappen mussten, sollen für deren Sportler die Sätze auf 32 Euro pro Hallenstunde und 52 Euro für die Platzstunde im Freien steigen. Ortsfremde wie private Vereine trifft es noch heftiger: Mit 43 bzw. 70 Euro pro Stunde. Zwar betont die Verwaltung, man liege auch mit dem neuen Preismodell, das voraussichtlich ab 2017 gilt, im Mittelfeld. 

Das Dilemma für die Vereine ist den Ausschussmitgliedern aber durchaus bewusst. So forderten Hartmut Lilge (CSU) und Kilian Körner (Grüne) einen Vorab-Dialog mit den Vereinen über die Machbarkeit der neuen Kostenbelastungen. Bürgermeister Heyland betonte die feste Absicht der Gemeinde, dass man die Vereine und Sportler „nicht hängen lassen“ werde. So sei angedacht, die Vereine durch einen Zuschuss wieder zu entlasten. Im Schulterschluss mit Kämmerer Julien Lübbe verteidigte er aber die Kostenansätze und wurde dabei von der Mehrheit unterstützt. Breiten Konsens fand der Ansatz, von privaten Nutzern und ortsfremden Vereinen künftig mehr zu verlangen. 

Hört man sich bei den Vereinen um, kjommt folgendes Bild heraus: Für den TSV Neubiberg skizzierte Vorstand Hubert Hauber die Lage zwiegespalten. „Wenn uns diese Kostenentwicklung ohne Entlastung voll trifft, dann ist das für den Verein ein Riesenproblem. Wir sind aber mit der Gemeinde weiter im Prozess der Verhandlung über eine gütliche Einigung.“ Hauber erwartet exaktere Zahlenmodelle für die kommenden vier Wochen. Bei der jetzt anvisierten Regelung könne es nicht bleiben. „Dann wären Verdoppelungen der Mitgliedsbeiträge vonnöten, die aber die meisten TSV-Mitglieder wohl kaum mitmachen würden.“ Drastischer wird TSV-Sprecher Karl Kayl. „Sollte es so kommen, können wir den TSV zusperren.“ Auch er setzt auf die weiteren Gespräche. Ebenso Harald Geiger. Der Vorsitzende des FC Unterbiberg ist „zuversichtlich, dass ein gemeinsamer Weg eingeschlagen wird. Wie immer der Weg aussieht, er muss für alle gangbar sein.“Harald Hettich

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