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Viele Kinderwagen und überwiegend junge Familien: Der  Neubürgerempfang bestätigt die Statistik – Unterföhring ist die jüngste Kommune in Deutschland.

Neubürgerempfang: Heimat - nur mit Geld und Glück

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Unterföhring - Ein Blick in den großen Saal des Bürgerhauses reicht, und man weiß sofort, wer in erster Linie nach Unterföhring zieht. Neben den zahlreichen Stuhlreihen sind die diversen Gefährte der Besucher dieses Neubürgerempfangs geparkt: beinahe ein Dutzend Kinderwagen, die mangels Platz sogar in zweiter Reihe abgestellt sind – und ein einsamer Rollator.

Demographischer Wandel? Überalterung der Gesellschaft? Was halb Deutschland umtreibt, ist in in der Gemeinde Unterföhring kein Thema. Erst kürzlich hat die Statistik gezeigt, dass der Ort im Nordosten von München zu den jüngsten Gemeinden überhaupt zwischen Füssen und Flensburg gehört. 

Das passende Bild dazu sieht man im Bürgerhaus: Obwohl die Kommune für die Zeit der Veranstaltung auch eine Betreuung in der Pfarrvilla anbietet, tummeln sich hier Dutzende Babys und Kleinkinder. Ein wichtiger Grund, der vor allem junge Familien anzieht, ist natürlich die Betreuungssituation: Seit Jahren sind Krippen, Kindergärten und Horte kostenlos. 

Doch auch darüber hinaus habe Unterföhring einiges zu bieten, verspricht Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) in seiner Rede. Eigentlich hatte er die rund 1300 Neubürger, die seit dem jüngsten Empfang im Sommer 2014 hergezogen sind, schon für den 24. Juli eingeladen. Doch infolge des Amoklaufs in München wurde die Veranstaltung damals abgesagt; zum heutigen Ersatztermin sind rund 250 Neu-Unterföhringer erschienen – ein Fünftel davon Kinder. 

Kemmelmeyer selbst ist vor zwei Tagen aus dem Urlaub zurückgekehrt. Gebräunt und gut gelaunt mutmaßt er nun, dass es einigen Besuchern ähnlich wie ihm gehe und sie nach der Rückkehr feststellten: „Woanders ist es auch schön, aber hier in Unterföhring bin ich daheim.“ In der folgenden halben Stunde legt der Rathauschef einen Parforceritt durch die Eckdaten seiner Kommune hin. Von der ersten urkundlichen Erwähnung 807 arbeitet er sich über die Ziegeleien des 19. Jahrhunderts bis hin zum Wirtschaftswunder jüngerer Tage, wodurch Unterföhring zu „einem der bedeutendsten Medienstandorte Europas“, zum weltgrößten Allianz-Standort und zur Heimat zweier Dax-Konzerne geworden sei. Die Folge: „Wir haben Rücklagen im dreistelligen Millionenbereich und sind pumperlgesund“, bilanziert der Bürgermeister, ehe er die geplanten Großprojekte aufzählt – von der neuen Ortsmitte über den Schulcampus (Gymnasium plus Grundschule) bis zum neuen Sportpark. Doch die Gemeinde Unterföhring sei weit mehr als nur ihre Wirtschaft. Auch Natur und Kultur würden groß geschrieben, ebenso das Vereinsleben, urteilt Kemmelmeyer, der in Richtung der Neubürger feststellt: „Ihr neuer Heimatort ist ein lebendiger und liebenswerter Ort, in dem die örtliche Gemeinschaft gelebt und gepflegt wird.“ 

Dass Unterföhring auch ein Ort ist, der unter einer immensen Verkehrsbelastung leidet sowie unter horrenden Mieten und Immobilienpreisen, erwähnt der Rathauschef wohlweislich nicht. Letzteres ist jedoch ein großes Thema in den Gesprächen vieler Neubürger beim anschließenden Fest. Unterföhring sei zwar eine lebenswerte Gemeinde – darin sind sich alle einig. Wer hier jedoch dauerhaft im Eigenheim leben will, der brauche viel Geld oder viel Glück – oder am besten beides.

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