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Das Grundstück am Tannenweg.

Gemeinderat

Neue Asylunterkunft: Kirchheim prüft zwei Standorte 

Kirchheim – Die Gemeinde Kirchheim muss Wohnraum für 170 weitere Flüchtlinge schaffen. Flächen für Unterkünfte gibt es an zwei Stellen: an der Erdinger Straße in Kirchheim sowie südlich des Tannenwegs in Heimstetten. Beide Standorte werden geprüft.

Darauf haben sich die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung verständigt. Außerdem legten sie fest, dass an keinem der Standorte mehr als 100 Asylbewerber untergebracht werden sollen.

Laut Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU) liegen der Gemeinde für beide Areale Bauvoranfragen vor. Mehrere Anwohner meldeten sich zu beiden geplanten Standorten zu Wort. Beim Grundstück an der Erdinger Straße wurde darauf hingewiesen, dass dieses Neubaugebiet außerhalb der Ortsgrenzen liege und daher zunächst ein Bebauungsplan aufzustellen sei. „Unsere Grundstücke werden deutlich weniger wert, wenn direkt daneben eine Flüchtlingsunterkunft gebaut wird – egal ob am Tannenweg oder an der Erdinger Straße“, war der Tenor einiger Bürger.

Anwohner üben Kritik

Anwohner des Tannenwegs kritisierten, dass sie 40 Jahre um einen Bebauungsplan gerungen hätten, nun sei der dank der Flüchtlinge Makulatur. Zudem sei das Grundstück zwischen den Wohnhäusern und dem Gewerbegebiet für 170 Flüchtlinge ganz einfach viel zu schmal.

Auch für den Helferkreis „Asyl“ kommt der Standort am Tannenweg nicht in Frage: Die Bahngleise und die von der Ortsmitte weit entfernte Randlage hätten eine stark trennende Wirkung und würden eine Integration der Asylbewerber massiv erschweren, fördere eine Gettoisierung, argumentieren die Helfer. 

Erdinger Straße besser geeignet?

Für den Standort Erdinger Straße fällt ihre Einschätzung positiver aus. Das Grundstück liege zwar auch am Rande des Ortes, böte aber eine akzeptable Verbindung zum Kirchheimer Ortszentrum und zu den Einkaufsmöglichkeiten. Die Bebauung an eine Wohnsiedlung erleichtere den Kontakt zur Bevölkerung. 

Gemeinderätin Susanne Merten-Wente (Grüne) erinnerte daran, dass der Gemeinderat beschlossen hatte, an keinem Standort mehr als 100 Flüchtlinge unterzubringen. Zudem widersprach sie einer Aussage aus dem Bauamt im Landratsamt, wonach das Grundstück an der Erdinger Straße innerhalb des Siedlungsbereichs liege und daher bebaut werden dürfe. „Bauen ist dort nicht möglich“, sagte Merten-Wente.

Die Zeit drängt

Frank Holz (CSU) unterstützt beide Standorte: „Wir können uns nicht erlauben, einen zu verwerfen“, sagte er und forderte dazu auf, in jedem Fall die Vor- und Nachteile beider Grundstücke näher zu untersuchen. Dem stimmte seine Fraktionskollegin Petra Mayr zu.

Thomas Etterer (SPD) hatte zunächst den Tannenweg bevorzugt, schwenkte dann aber um, aufgrund der Argumentation des Helferkreises. Auch Ilse Pirzer (SPD) und Franz Glasl (CSU) wollen dem Urteil des Helferkreises folgen. Bürgermeister Böltl gab zu bedenken, dass man seit geraumer Zeit im ganzen Ort nach Grundstücken suche. „Es ist echt schwierig, viele Besitzer winken ab – wenn wir beide Standorte ablehnen, müssen wir schnell Alternativen finden.“ So war die Entscheidung schnell klar: Beide Standorte werden geprüft.Bert Brosch

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