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Neue Hütte für Grasbrunner Burschen

Überraschendes Geschenk

Grasbrunn - Damit hatte der Burschenverein Grasbrunn nicht gerechnet: Er bekam eine Hütte geschenkt. Obwohl diese ursprünglich für die Putzbrunner bestimmt war.

Normalerweise gibt es bei Erbstreitigkeiten nur Verlierer. In Grasbrunn aber gibt es einen Gewinner: den Burschenverein. Denn der ist durch eine Erbstreitigkeit in der Nachbargemeinde Putzbrunn kostenlos zu einer eigenen Burschenhütte gekommen – durch Zufall. 

Die Hütte stand ursprünglich im Putzbrunner Ortsteil Solalinden. Die Erben, die nicht genannt werden und den Streit im Hintergrund halten möchten, wollten die Hütte schnellstmöglich vom Grundstück entfernen und sie dem Putzbrunner Burschenverein zukommen lassen. Aber dieser hatte kein geeignetes Grundstück parat und konnten das Geschenk nicht annehmen. 

Der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger stellte, als er von dem Dilemma erfuhr, einen Kontakt zwischen den Grasbrunner Burschen und den Erben her, die sich schnell einigten. Es ist fast eine Luxushütte, die bei der Errichtung rund 100 000 Euro gekostet hatte. Nunmehr aber musste sie innerhalb von zwei Wochen weichen. Die Grasbrunner Burschen haben sie in Rekordzeit abgebaut und nach einer Einlagerungszeit von einem Vierteljahr wieder aufgebaut. So lange dauerte es, bis der Grasbrunner Gemeinderat ein Grundstück hinter dem Altenheim „Am Wiesengrund“ zur Verfügung stellte. 

Die ungewöhnlich massive Bauweise mit breiten Balken wird dafür sorgen, dass die Hütte noch viele Jahre in Betrieb sein wird. Zuvor aber standen mehr als 9500 Stunden Eigenleistung der Grasbrunner Burschen, davon alleine mehr als 500 in der vergangenen Woche der Bauarbeiten. Dabei haben die Burschen „fast alles selbst gemacht“, sagt der frühere Vorsitzende Thomas Polk stolz. 

Den ehemaligen Burschen zollt er besonderen Dank, sie haben finanziell und mit Eigenleistungen den Bau unterstützt. Andi Schwarz übernahm die Elektroarbeiten, Armin Schmidt die Installationen und Maximilian Moser die Spenglerarbeiten, ehe Thomas Sachse den Boden verlegte. 2250 Euro von neun ehemaligen Burschen, 3100 Euro von Sponsoren und ein 10 000-Euro-Zuschuss der Gemeinde bildeten den Grundstock für den Wiederaufbau der Hütte. Zusätzlich übernimmt die Gemeinde die Erschließungskosten und verlangt nur eine moderate Pacht für das Grundstück. 

Das Herzstück der fünf Räume umfassenden Hütte ist der große grüne Kachelofen. Bevor dieser genutzt werden und in dem haus gefeiert werden kann, müssen die Burschen noch für die Inneneinrichtung sorgen. Dann steht Festen, Wochenenden und Maibaumwachen nichts mehr im Weg. Wobei die Hütte für letzteres strategisch ungünstig liegt. Denn „zur Ortsgrenze sind es gerade einmal 50 Meter“, sagt der ehemalige Grasbrunner Bursche Peter Kainz-Huber. Damit wäre ein Diebstahl nach dieser kurzen Distanz geglückt.

Franz Köppl

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