Mit der neuen Heimat verwachsen

Unterschleißheim - Seit mittlerweile 60 Jahren leben die Sudetendeutschen als vierter bayerischer Stamm in Lohhof und Unterschleißheim.

Diesen runden Jahrestag nahm sich Stadtchronist Wolfgang Christoph zum Anlass, einen Heimatabend zu organisieren. Im Sitzungssaal des Bürgerhauses hatte Christoph ein tolles Programm auf die Beine gestellt. dabei standen die Tänzer und Tänzerinnen der Böhmerwald-Gruppe aus München im Mittelpunkt. Zu Bildern aus dem Sudetenland tanzte und sang die Gruppe und begeisterte die zahlreichen Gäste. Die Hauptdarsteller animierten alle Gäste zum Mitsingen, bis zum Finale das Traditionslied „Guten Abend, Gute Nacht“ ertönte.

Bilder aus dem Archiv und vom Festabend

Festabend der Sudetendeutschen in Unterschleißheim

Bürgermeister Rolf Zeitler erinnerte daran, wie vor 60 Jahren der große Flüchtlingsstrom nach Unterschleißheim kam, „das damals noch eine kleine Landgemeinde mit 2000 Einwohnern war“. Fortan stellten die Vertriebenen zum Ende des Zweiten Weltkriegs rund ein Drittel der Bevölkerung in der Gemeinde. Seinerzeit hatte der spätere Zweite Bürgermeister Johann Schmuck berichtet, „dass die Amerikaner die Flüchtlinge auf die Straße stellten und wir hatten sie als Gemeinde irgendwie unterzubringen. Für den Fall, dass wir dazu nicht imstande seien, wurde uns anheim gestellt, einfach einige Straßenzüge von den Einheimischen zu räumen und darin Flüchtlinge unterzubringen.“

Unterschleißheim musste so schnell wachsen und erlebte eine Entwicklung, die die Gemeinde auf Jahrzehnte hinaus prägte. Daran erinnerte beim Festabend Bürgermeister Zeitler und stellte fest, dass diese Vertriebenen sich hier ansiedelten und heute mit ihrer neuen Heimat verwachsen seien.

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