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Auf der freien Wiese entsteht das Mischgebiet. Die Vegetation der Schlackengrube (r.) bleibt erhalten.  

Wohnungen und Gewerbe

Neues Baugebiet: Gronsdorf wird komplett

Ein ganz neues Gebiet entsteht in Gronsdorf. Es soll das Dorf komplett machen. Und es wird nach einem besonderen Vorbild gebaut.

Haar – In Gronsdorf entsteht ein neues Mischgebiet aus Gewerbe und Wohnungen. Christian Weigl vom Planungsbüro Goergens und Miklautz stellte im Bauausschuss das neue Konzept vor. Optisches Vorbild für das Gebiet auf dem Gelände der ehemaligen Brennerei sowie einem Teil des bestehenden Gewerbegebiets ist der Mairhof auf der gegenüberliegenden Straßenseite, der vor zehn Jahren eröffnet wurde.

Im Jahr 2014 gab es den ersten Planentwurf für das Gelände, der sich seitdem mehrmals geändert hat. Die Vorgabe des aktuellen Plans ist es, Gronsdorf als Dorf mit Gewerbe zu vervollständigen, erläuterte Weigl. „Wir planen jetzt mit 54,3 Prozent Gewerbe und 45,7 Prozent Wohnraum.“

Schlackengrube bleibt

Das Landratsamt drängte darauf, die ursprüngliche Planung mit 48 Prozent Gewerbe zu ändern, „damit es kein Schein-Mischgebiet ist“, sagte Weigl. Neu ist auch, dass die Schlackengrube, eine gut fünfeinhalb Meter tiefe Kuhle, in die die Brennerei ihre Abwässer leitetet und die rundum von Bäumen bewachsen ist, bleibt wie sie ist. „Ursprünglich wollten wir ja einen Teil der Pflanzen entfernen, weil sie nicht schützens- oder erhaltenswert sind“, führte Weigl aus. Doch sie sei ortsbildprägend für Gronsdorf und soll darum bleiben.

Auch die Grünen hätten den großen Wunsch gehabt, alles zu erhalten, weil direkt daneben ein Biotop liege. „Aus unserer Sicht kann es eigentlich nicht sinnvoll sein, direkt neben der neuen Wohnbebauung diese Grube zu erhalten“, betonte der Planer. Dennoch werde die Vegetation der Schlackengrube komplett erhalten. Weigl plädierte jedoch für ein Auffüllen oder eine Einzäunung. „Wir werden auf alle Fälle Bodenproben nehmen, denn es gibt ein Gerücht, die Grube sei einmal als Mülldeponie oder für Altlasten missbraucht wurde. Das wollen wir ausräumen.“ Nach dem Vorbild Mairhof sollen die Wohnhäuser auf dem neuen Areal Innenhöfe, Bäume, Parkplätze erhalten. Auch die Gewerbehalle bleibt. Geplant sind Ein- bis Dreizimmer-Wohnungen.

Vorbild Mairhof „begrüßenswert“

Andreas Rieder (CSU) wollte wissen, ob die Nachbarn keine Probleme bekämen, wenn neben dem echten Dorf mit reinem Wohngebiet und Landwirtschaft nun ein Mischgebiet entstehe. „Rein rechtlich sind reine Wohngebiete absolut gleichgesetzt mit Mischgebieten“, beruhigte Weigl. Petra Tiedemann (Grüne) war zufrieden und sagte: „Auch das Vorbild Mairhof können wir nur ausdrücklich begrüßen.“ Fraktionskollege Werner Kozlik bat den Planer, möglichst viele Allee-Bäume an der Schneiderhofstraße zu erhalten. Weigl konnte ihn beruhigen: „Es werden alle Bäume erhalten.“

Bodenproben aus Grube

Katharina Dworzak (SPD) sorgt sich wegen der Parkplätze: „Da ist es ja jetzt schon eng, wo sollen die neuen Bewohner und Mitarbeiter dann parken?“ Laut Weigl gebe es bereits 30 Parkplätze, was ausreichend sei, da dort kein Gewerbe mit Publikumsverkehr angesiedelt werde. Gerlinde Stießberger (CSU) fragte nach, was geschehe, wenn die Bodenprobe der Grube doch Belastendes ergebe. Weigl sagte: „Dann muss die Grube natürlich saniert werden – aber da ist nichts zu erwarten.“

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