Der Tradition verbunden: (v.l.) Babsel und Dietmar Stilcke, Heimatforscher Wolfgang Christoph, Zweiter Bürgermeister Stefan Krimmer, sowie Gerda und Michael Wellmann. Foto: GEfö

Neues Format: Unterschleißheims Geschichte in 90 Minuten

Unterschleißheim - Nicht jeder möchte sich die Zeit nehmen, wochen- oder monatelang in einer dicken Chronik die Geschichte seiner Heimat zu erforschen und nachzulesen. Unterschleißheims Stadtchronist Wolfgang Christoph bot deshalb auf Einladung der CSU ein neues Kurzformat: „Geschichte in 90 Minuten".

Der große Andrang im kleinen Saal im Haus der Vereine zeigte, dass die Heimathistorie kompakt auf viel Interesse stößt und auch jüngeres Publikum anzieht. Die Gastgeber, der CSU-Ortsverband, hatte nicht einmal ansatzweise mit einem solchen Ansturm gerechnet.

Christoph zeigte die Anfänge des Ortes, mit dem Skelett des Unterschleißheimer Mammuts, dass etwa 2500 vor Christus auf dem heutigen Stadtgebiet heimisch war. Die ersten menschlichen Funde sind auf die Zeit um 2000 vor Christus datiert. Gefunden wurden sie in einem Hockergrab.

Der ehemalige CSU-Stadtrat Christoph ist so etwas wie ein laufendes Stadtlexikon und er zeigte Pläne, wie einst die römischen Gutshöfe aussahen, auf deren Flächen in Unterschleißheim die Gewürze für die Städte angebaut worden waren. Darauf folgten Skizzen von den ersten Behausungen und dann der schrittweisen Besiedlung des Ortes rund um die Kirche St. Ullrich.

Wolfgang Christoph zeigte zudem auf, wie die urkundlichen Erwähnungen Fragen aufwarfen und mögliche Fehlerquellen beinhalteten. So standen in der Urkunde der ersten Erwähnung die Jahreszahlen 775 und 785. Letztlich musste der Stadtrat über die Jahreszahl entscheiden. Und nahm laut Christoph die 785, „weil wir damals sonst die 1200-Jahr-Feier verschlafen hätten“.

Dietmar Stielcke als Vorsitzender des Trachtenvereins Würmbachtaler erzählte über die Traditionen der Region. Zudem sprach Michael Wellmann von der Nachbarschaft der Siebenbürger Landsmannschaft. „Lohhof ohne Siebenbürgen geht nicht“, befand der Zweite Bürgermeister Stefan Krimmer (CSU). Mit den Einwanderern schließe sich der Bogen mit der aktuellen Zeit und den Flüchtlingen, die in der Stadt aufgenommen werden.

„Geschichte in 90 Minuten“ ist definitiv ein Format mit Zukunft und dem Potenzial, auch bei jungen Menschen Interesse zu wecken an der Vergangenheit des eigenen Ortes.

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