Neues Kinderhaus in Baierbrunn geplant

Baierbrunn - Betreuungsplätze sind in Baierbrunn stark gefragt. Daher diskutierte der Gemeinderat jetzt erste Schritte für ein neues Kinderhaus.

In den letzten Jahren hat Baierbrunn bereits kräftig investiert. Die Kosten für Kinderbetreuung stiegen von etwa 270 000 Euro im Jahr 2007 auf rund 380 000 Euro im vergangenen Jahr. Neben den Plätzen im Waldorfkindergarten sowie dem katholischen Kindergarten, hat sich die Gemeinde am Tagesmütterprojekt der Nachbarschaftshilfe Grünwald beteiligt und kooperiert mit dem Kinderhaus „Klosterfrösche“ im Kloster St. Gabriel (wir berichteten). Hinzu kommen die verlängerte Mittagsbetreuung an der Grundschule und auswärtige Einrichtungen. Dadurch hat sich das Angebot in den letzten zwei Jahren von knapp 120 auf über 150 Plätze erhöht.

Damit aber nicht genug. Baierbrunns geschäftsleitender Beamter Markus Stark rechnet in den nächsten Jahren mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Betreuungsangeboten. Dafür sprechen Neubaugebiete, derzeit voll belegte Angebote und der ab 2013 gesetzlich geltende Anspruch auf einen Kindergartenplatz auch für Kinder unter drei Jahren. Außerdem hat der katholische Kindergarten signalisiert, sein Angebot mittelfristig wieder reduzieren zu wollen.

An einer neuen Einrichtung führt für die Verwaltung daher kein Weg vorbei. „Wir streben ein zusätzliches Angebot ab September 2012 an“, erklärte Stark jetzt im Gemeinderat. Wie groß der Bedarf tatsächlich sein wird, ist aber unklar. Eine Elternbefragung ergab kaum brauchbare Ergebnisse. Um ein Konzept für eine neue Einrichtung entwickeln zu können, wird im Baierbrunner Rathaus bis Dezember fleißig gerechnet. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung, den Bedarf an Betreuungsplätzen mithilfe einer neuen Umfrage zu prognostizieren.

Das hatte auch Michaela Lichtblau in einem Antrag gefordert. Die SPD-Fraktionssprecherin schlug zudem vor, sich bereits Gedanken zu einem möglichen Standort für die neue Einrichtung zu machen. Lichtblau machte sich außerdem für einen Runden Tisch stark, an dem sie nicht nur Gemeinderäte, sondern auch Vertreter einer Elterninitiative sehen will.

Die Eltern planen, einen Verein zu gründen, um sich für ein neues Kinderhaus in Baierbrunn zu engagieren. Bürgermeister Eugen Kramer (CSU) hielt diesen Vorschlag aber nicht für sinnvoll. Vielmehr wird die Verwaltung Gespräche mit möglichen Trägern führen, die sich nach abgeschlossener Bedarfsanalyse dem Gemeinderat präsentieren. „Der Gemeinderat soll unabhängig und unvoreingenommen über die vorgestellten Konzepte entscheiden können“, begründete Kramer die Vorgehensweise. Die Elterninitiative soll sich dann ebenfalls im Rathaus vorstellen.

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