KATWARN ausgelöst! Schwere Unwetter in Bayern

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Gut gefüllt mit 700 Gästen ist das Foyer der Sportarena beim Neujahrsempfang – für die musikalische Umrahmung sorgt mit viel Schwung die Blaskapelle St. Korbinian unter Leitung von Heinz Neubauer.

Neujahrsempfang Unterhaching

Straßenausbau toppt fast Flüchtlingsdebatte

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Unterhaching - Es geht darum, „Ihre Verdienste für das Gemeinwesen zu würdigen“. Das tat Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer beim festlichen Neujahrsempfang in der Sportarena mit 700 Gästen.

Das Einlass-Procedere ist eigentlich seit Jahren fix und hat sich bewährt. Rein durch den Haupteingang am Utzweg, eine Treppe hinunter zur Garderobe, dann wieder rauf – und nun eine Hallenrunde im Uhrzeigersinn: Vis-a-vis von Haupttribüne und Foyer werden Namensschildchen verteilt, damit niemand rätseln muss, mit wem er bei Prosecco oder Weißbier zufälligerweise parliert. Mit Schildchen bestückt geht’s also weiter, bis zur variierend langen Schlange oberhalb vom Dojo der Judoka und mit Blick auf die Kletterwand. Dort haben sich Panzer sowie seine Stellvertreter Christine Helming und Professor Alfons Hofstetter postiert, um wirklich jedem einmal die Hand zu schütteln. 

Aber es funktioniert auch anders. Als sich beinahe alle Gäste schon um Knabbergebäck und Begrüßungstrunk scharten, nahmen zwei Herren die Abkürzung durch die Hintertür und landeten stante pede bei den Rathauschefs. Namensschildchen? Nicht nötig – jeder kennt die Protagonisten der SpVgg Unterhaching: Manfred Schwabl (Präsident) und Claus Schromm (Cheftrainer). So eilig, wie sie kamen, hatten sie es später indes nicht mehr, sondern verweilten lange und in Gespräche vertieft. 

Wenn Wettbüros eine Prognose hätte abgeben müssen, welche Inhalte Panzer in seine heuer exakt 27 Minuten dauernder Neujahrsansprache hätte packen müssen: Ein Thema lag als obligat auf der Hand und hätte wohl nur geringe Quoten erzielt. Dabei wäre es von einem anderen um ein Haar getoppt worden. 

Flüchtlinge und Asylpolitik also, natürlich. Daran kam Panzer nicht vorbei, aber: Ein örtliches Politikum machte in Unterhaching kaum minder Schlagzeilen. „Der Begriff ,Straßenausbaubeitragssatzung‘ hat es zwar nicht zum Wort des Jahres 2015 gebracht, dennoch hat es uns im Gemeinderat fast genauso intensiv beschäftigt wie die Flüchtlingsthematik“, verdeutlichte Panzer die Schwerpunktsetzung.

Bislang galt der Rathauschef eher als Hardliner, wenn es darum ging, für den Straßenausbau die Anwohner mit 80 Prozent der Kosten zur Kasse zu bitten, und dieser Sprachduktus klang auch an, als Panzer sich verwahrte gegen den Vorwurf, er würde die Interessen einzelner Unterhachinger nicht vertreten, „denn diese hören in unserem staatlichen Gemeinwesen dort auf, wo die Rechte der Gemeinschaft beginnen“.

Dann aber, etwas unerwartet, für die Zukunft fast versöhnliche Töne: Mit über 500 Bürgermeisterkollegen in Bayern setze er sich uf Landesebene für eine Rechtsänderung ein, „mit welcher die Hürde für die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung auch in Unterhaching genommen werden könnte“. Bernard Maidment, FDP-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und bei diesem Thema einer der schärfsten Kritiker von Panzer, rieb sich später verwundert die Augen. „Hat er das wirklich gesagt? Dass er die Satzung abschaffen will? Das ist erstaunlich, eine echte Überraschung. Wir werden Herrn Panzer an diesen Worten messen.“ 

Was die Asylpolitik anging, da wählte Panzer viele Worte. Er pries Unterhaching als „weltoffene Gemeinde“, die sich mit ihren fünf Städtepartnerschaften „um die Völkerverständigung verdient gemacht“ habe. Nun sei es mit Blick auf die Balkanroute „ein beklemmendes Gefühl, wie 26 Jahre nach dem Mauerfall neue Zäune und Grenzen in Europa und in den Köpfen der Menschen entstehen“. 

Gleich im nächten Atemzug warf er aber kritisch die Frage auf: „Was wird unser Weg in Deutschland, in Bayern und in Unterhaching sein?“ Von der „großen Politik“ fühle er sich im Stich gelassen, und an die Adresse von reinen Wirtschaftsmigranten sagte er, man müsse „ihnen klar machen, dass selbst unsere Möglichkeiten begrenzt sind“. Jenseits von Merkels Wir-schaffen-das-Willkommenskultur sehe er „die Entwicklung mit der großen Anzahl an Flüchtlingen mit Besorgnis“, gab Panzer zu – und leitete dann über zu einem „Appell an die Gemeinsamkeit“. 

In der Summe eher eine Ja-Aber-Rede. Ehrenbürger und Städtepartnerschaftskreis-Chef Thomas Jaeger kommentierte sie so: „Er hat alles angesprochen. Aber was hat er letztlich gesagt?“

Ob große oder kleine Botschaft, angekommen ist bei den eingeladenen Unterhachingern vor allem dies: Die Atmosphäre untereinander, das war beim Neujahrsempfang deutlich zu spüren, ist angenehm entspannt – egal, auf welchem Weg die Gäste in die Halle hineingefunden hatten. An sich kein schlechter Anfang heuer.

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