Nicht immer steht die Leistung im Mittelpunkt

- Gemeinde Unterhaching ehrt erfolgreiche Sportler

VON HEIKE WOSCHÉE Unterhaching - Viel Lob verteilte Unterhachings Bürgermeister Erwin Knapek (SPD), als er jetzt zahlreiche Sportler aus der Gemeinde ehrte. Im vergangenen Jahr hatten sie allesamt mit herausragenden Leistungen geglänzt. Ebenso viel Tadel aber mussten auch die Funktionäre und Manager einstecken: Der Rathaus-Chef beklagte, sie hätten der Gemeinde Tatenlosigkeit bei der Sportförderung vorgeworfen - ein Seitenhieb auf die Volleyballer des TSV Unterhaching.

Knapek betonte, dass derzeit in der Gemeinde für 16,8 Millionen Euro die größte Sporthalle des Landkreises gebaut werde und noch einmal zehn Millionen Euro für die Sanierung der Hachinga Halle bereit gestellt würden. Auch lasse sich die Gemeinde die finanzielle Förderung der Jugend 190 000 Euro kosten - und das in einer Zeit, in der auch Unterhaching auf seine Finanzen schauen müsse.

Zu den Neulingen bei der Sportlerehrung gehörte in diesem Jahr Michael Biondi (15), der 2003 unter anderem in Oberstorf Bayerischer Junioren-Meister im Eiskunstlauf wurde. Seit zwölf Jahren betreibt er sein Hobby schon, für das er praktisch seine ganze Freizeit opfert. Sechsmal Training pro Woche Etwa sechs Mal in der Woche muss der Schüler trainieren, um in seiner Klasse gute Resultate erzielen zu können. Dass er dies tut, davon zeugen die 40 Pokale, die er zuhause bereits in der Vitrine hat. "Mir macht das Eiskunstlaufen einfach Spaß, zum Beruf will ich es aber eher nicht machen. Ich denke, ich werde später doch lieber studieren", sagt der junge Spitzensportler.

Seinen Sport zumindest indirekt zum Beruf gemacht hat Günter Brückmann, der unter anderem Bayerischer Meister in der Seniorenklasse M 65 im Stabhochsprung wurde. Der Sportphysiotherapeut hat schon immer gerne Sport getrieben, wie er verriet. Im Gegensatz zu früher mache es ihm jetzt aber auch nichts aus, einmal nicht auf dem Siegertreppchen zu stehen. "Im Seniorensport ist man auch anerkannt, wenn man mal nicht gewinnt. Uns geht es mehr darum, Gleichgesinnte zu finden, mit denen man sich messen, aber auch Spaß haben kann", sagt Brückmann.

Ebenfalls im Seniorensport haben sich Inge und Peter Schießl ihre Lorbeeren verdient. Das Ehepaar tanzt seit zwei Jahren bei Standard-Turnieren mit und hat seitdem kaum ein Turnier ohne Preis verlassen. "Bei 33 Turnieren haben wir 25 Mal den ersten oder den zweiten Platz belegt", berichtet Peter Schießl. Dabei hatte das Paar erst zwei Jahre zuvor bei der Tanzabteilung des TSV mit dem Tanzen so richtig begonnen. An Turniertanzen hatte damals keiner von beiden gedacht. "Tanzen ist jetzt unser Sport. Wenn es geht, dann trainieren wir täglich", so Inge Schießl. Zur Belohnung bekamen die Sportler in diesem Jahr statt Pokalen oder Medaillen einen Gutschein für je zwei Theaterkarten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Großeinsatz in Schäftlarn: Polizisten rücken wegen „Bedrohungssituation" aus - Sprecher äußert sich
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Wegen übler Nachrede: Bürgermeister hält an Strafantrag gegen Gemeinderat fest
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München
Haarer Gymnasium: Schüler aus dem Landkreis müssen länger in Quarantäne bleiben als Jugendliche aus München

Kommentare