Geschafft und ausgekühlt nach dem Rennen: Götz und Anja Brinkmann.

Nichts für schwache Nerven

Taufkirchen - Es war kalt, dreckig und unglaublich anstregend. Trotzdem hatten drei Taufkirchner einen Höllenspaß beim „Tough Guy“, dem härtesten Rennen der Welt.

Im vergangenen Jahr steckte sich Götz Brinkmann an – mit dem Tough-Guy-Virus. Der 43-jährige Taufkirchner machte mit seinem Trainingspartner Robert Haimerl zum ersten Mal beim „härtesten Rennen der Welt“ im englischen Wolverhampton mit (wir berichteten ausführlich). Gleich nach dem Rennen stand für beide Läufer fest, dass sie auch in diesem Jahr über Hindernisse klettern, durch kalte Flüsse waten und durch Schlamm kriechen wollen. Weil das Rennen aber nicht umsonst „Tough Guy“ heißt und alljährlich Hunderte Verletzte aus dem Wettbewerb gezogen werden, stellte Brinkmanns besorgte Verlobte Anja eine Bedingung: Keine Erlaubnis zur Teilnahme, außer sie macht selbst mit.

Eine Frau, ein Wort: In diesem Jahr ging die 29-Jährige, die seit August vergangenen Jahres mit Götz Brinkmann verheiratet ist, ebenfalls an den Start. Außerdem mit dabei: Anja Brinkmanns Freundin Birgit Wendler, die ebenfalls in Taufkirchen wohnt, und Arbeitskollege Roland Leithäuser aus Frankfurt. Das Ehepaar Brinkmann verkleidete sich beim Rennen als Brautpaar – ungewöhnliche Kostüme sind fast schon ein Muss beim „Tough Guy“. „Das war toll“, schmunzelt Götz Brinkmann. „Viele Teilnehmer haben uns auf die Schulter geklopft und uns Glückwünsche zu unserer Hochzeit ausgesprochen.“

Um die 4000 Läufer machten in diesem Jahr beim „Tough Guy“ mit, Götz Brinkmann schätzt, dass davon zwischen 500 und 1000 von den Sanitätern aus dem Rennen gezogen werden mussten. „Die meisten wegen Unterkühlung“, sagt Brinkmann. Denn ein großer Teil des Wettkampfs besteht nicht nur darin, über fiese Hindernisse zu klettern und durch Schlamm zu kriechen, sondern auch durch eiskalte Flüsse zu waten. „Eine große Herausforderung“, so Brinkmann. Die Trainingsgruppe hat darauf trainiert: Im Winter rannten die Brinkmanns, Haimerl und Wendler mit kurzen Hosen durch die Gegend, um sich so für den „Tough Guy“ abzuhärten. Der Einsatz hat sich gelohnt: Alle fünf kamen ans Ziel – zwar nass, frierend und erschöpft, aber völlig glücklich. Welchen Platz sie dabei erreicht haben, spielt keine Rolle. Brinkmann: „Beim ,Tough Guy‘ zählt die Platzierung nicht. Nur, ob man durchkommt.“

Für den 43-Jährigen steht bereits jetzt schon fest, dass er im nächsten Jahr wieder am härtesten Rennen der Welt teilnimmt. Zunächst steht aber für ihn und Haimerl Ende März noch der „Strongman“ – die deutsche und, wie Brinkmann sagt, „harmlose Form des ,Tough Guy‘“ – in Weeze bei Duisburg an.

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