Wohnungen auf dem Parkplatz an der Post? Die Sauerlacher sind skeptisch. F: kohnke

Niederlage für Investor

Sauerlach - Gemeinderat Sauerlach baut eine Hürde für Wohnungsprojekt

Sauerlach - Vorbescheid verwehrt: Die BayLa Immobilien-Verwaltungsgesellschaft möchte auf dem Parkplatz neben dem Hotel Post einen Komplex mit 24 Wohnungen und einer Tiefgarage in Sauerlach errichten. Viele Anwohner sind gegen das Projekt - und können sich nun über einen Teilerfolg freuen. Den Antrag der Immobiliengesellschaft hat der Gemeinderat zurückgewiesen. Stattdessen muss die BayLa mit der Gemeinde und unter Mitsprache der Bürger einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan erarbeiten. Die teurere und langwierigere Lösung. Trotzdem hat sich das Gremium fast einstimmig (19:1) für das Verfahren ausgesprochen.

Da half es auch nicht, dass Dieter Wenzel, Beiratsvorsitzender der BayLa Stiftung, um das Verständnis der Bürger warb: „Wir sind keine Haie“, stellte er klar. „Wir sind ein traditioneller Pensionsverein, dessen Ziel es ist, die Pensionen seiner Mitglieder zu erwirtschaften.“ Bisher habe die BayLa nur viel Geld in die Hand genommen, um das Hotel Sauerlacher Post und den Postwirt wieder in Schuss zu bringen. „Jetzt stehen wir unter Druck, für unsere Mitglieder muss sich die Investition ja auch mal lohnen“, sagte Wenzel in Richtung der Lokalpolitiker. „Wir sind ja kein Sozialverein.“

Tatsächlich hat die BayLa bereits 3,2 Millionen Euro in die gastronomischen Betriebe gesteckt, und das, obwohl die Gesellschaft die Objekte auch hätte abreißen können, wie Bauamtsleiter Hubert Zellner gegenüber dem Münchner Merkur bestätigt: „Die ,Post’ ist zwar ein wunderschönes altes und ortsprägendes Anwesen, sie steht aber nicht unter Denkmalschutz.“ Die Investitionen der BayLa hätten den Ortskern sehr aufgewertet, findet Zellner.

Für Anwohner Heinrich Wiesner sind das keine überzeugenden Argumente. Wiesner beruft sich auf den Paragrafen 34 des Baugesetzbuches, wonach sich ein Bauobjekt in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen muss. „Bei der Baumasse, die der Investor hier plant, sehe ich das nicht gegeben“, sagte Wiesner, der in der Reihenhaussiedlung an der Andreasstraße wohnt. Er und seine Nachbarn fürchten außerdem, dass der Wohnkomplex mit 24 Wohnungen à 60 Quadratmetern deutlich mehr Verkehr ins Zentrum leitet. Um seinen Argumenten Nachdruck zu verleihen, überreichte Wiesner Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) ein Blatt mit 32 Unterschriften von Anwohnern, die ein Bebauungsplanverfahren fordern. Bisher gibt es für das Grundstück lediglich einen Flächennutzungsplan.

Dass die Abstimmung für das Verfahren zum Schluss dermaßen eindeutig ausfallen würde, war während der Debatte im Gemeinderat nicht abzusehen: So hob auch Bogner mehrmals hervor, dass die BayLa viel Geld in die ,Post’ gesteckt habe, und dass es kaum möglich sei, einem Grundstückseigentümer, sein Baurecht zu versagen.

Die Furcht der Anwohner vor Parkplatzmangel räumte Bauamtsleiter Zellner aus: „80 Prozent der heute vorhandenen Parkplätze werden in die Tiefgarage wandern, die restlichen 20 Prozent überirdisch bleiben.“ Götz von Borries (UBV) hob außerdem die Kompromissbereitschaft der BayLa hervor: „Der Investor hat sich jedem Wunsch des Gemeinderates gebeugt und damit eine gute Vertrauensbasis geschaffen.“ Borries war am Ende auch der Einzige, der den Vorbescheid nicht zurückziehen wollte.

Ob es überhaupt möglich ist, die Bebauung durch den Eigentümer BayLa zu verhindern, ist fraglich. Das weiß auch Dieter Wenzel: „Wir sind bereit, Kompromisse einzugehen“, versprach der Beiratsvorsitzende. „Kommen Sie uns auch entgegen. Wir wollen nicht gegen die Gemeinde beim Verwaltungsgericht unser Baurecht einklagen.“ Stephanie Dahlem

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