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Verkom mt zusehends: das alte Herzoghaus.

Marodes Herzoghaus

Noch einmal: Denkmalschutz gibt es nicht

Pullach - Denkmalschutz fürs Herzoghaus in Pullach: Mit diesem Ansinnen war SPD-Gemeinderat Holger Ptacek bereits vor zwei Jahren erfolglos. Das Landratsamt lehnte ab. Nun versuchte es FDP-Mann Alex Betz wieder – mit exakt demselben Vorschlag. Er scheiterte schon im Gemeinderat.

Das Herzoghaus in Pullach ist ein nettes, im Schweizer Stil erbautes Anwesen, mit Holzbalkon und Satteldach. Inzwischen in schlechtestem Zustand, war das Gebäude früher ortsprägend. Und Geschichte hat es auch geschrieben, als Treffpunkt für angehende Soldaten im Ersten Weltkrieg, dann als Unterschlupf für Rotgardisten. Bereits vor zwei Jahren hat der Pullacher SPD-Gemeinderat Holger Ptacek den Anlauf unternommen, das Haus unter Denkmalschutz stellen zu lassen, war aber beim zuständigen Landesamt gescheitert. Jetzt hat der FDP-Kollege Alex Betz nachgezogen – und dem Gemeinderat den gleichen Vorschlag noch einmal unterbreitet. Wofür er aber keine Unterstützer fand.

„Das Herzoghaus liegt mir am Herzen, es ist uns allen bekannt und hat eine gewisse Rolle gespielt in der Geschichte Pullachs“, erläuterte Betz seine Initiative. Das Gebäude gebe im Moment ein „sehr erbärmliches Bild ab“, seine Substanz, unterstellte er, werde von der Wohnungsbaugesellschaft Pullach, der es gehört, „gezielt vernichtet“.

Auch wenn es den anderen Fraktionen leid tun mag um das vor über 100 Jahren errichtete Herzoghaus – keiner mochte Betz folgen. Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) fand, man könne den Überlegungen im Rahmen des Ortsentwicklungsplans, die an der Stelle Seniorenwohnungen und weitere Einkaufsmöglichkeiten beinhalten, jetzt nicht vorgreifen. „Wir sollten darüber nicht heute entscheiden.“

Holger Ptacek verstand nicht, warum sein damals gescheiterter Antrag jetzt noch einmal aufgewärmt werden soll. Zumal sich der Zustand des Anwesens nicht gerade verbessert habe: „Ich sehe gar keine Aussichten auf Erfolg.“

Ähnlich äußerten sich die anderen Ratsmitglieder im Gremium. Andreas Most (CSU) betonte: „Das Haus steht unseren Plänen im Weg.“ Architekt Wilhelm Wülleitner (Grüne) stellte klar: „Der Denkmalschutz ist hier vorbei.“

Für den Vorschlag von Betz zeigte Arnulf Mallach kein Verständnis: „Was mich ärgert, ist, dass hier im Gremium immer wieder Entscheidungen infrage gestellt werden, die wir schon getroffen haben. Man muss auch mal akzeptieren, dass eine Sache ist, wie sie ist, sonst dreht man sich ewig im Kreis.“

Betz hatte auch eine abgespeckte Variante im Ärmel: Sie sieht vor, vom Herzoghaus, wenn rundherum gebaut wird, wenigstens die Fassade zu erhalten. Auch diese Idee wurde verworfen.

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