Notfallpatient ewig in der Warteschleife

- Familie Frank empört

Unterschleißheim - "Fieber unterscheidet nicht zwischen Tag und Nacht. Wir sind für ihre Gesundheit im Einsatz. Die ganz neue Nummer für Bayern." So preist seit 15. Januar der Ärztliche Bereitschaftsdienst Bayern seine Dienste unter 018 05-19 12 12 an. Die Unterschleißheimer Rita und Günther Frank riefen wegen eines Notfalls am Wochenende unter dieser Nummer an - erfolglos.

Vater Gustav Frank brauchte Hilfe. Seit dem Krieg hat Frank senior nur noch ein Auge, kürzlich an Grauem Star operiert. Am Samstag war das Auge plötzlich tiefdunkel mit Blut unterlaufen. Die Familie erschrak sehr. Günther Frank: "Da mein Vater ja nur mit dem einem Auge sehen kann, sind wir natürlich sehr alarmiert, wenn damit etwas ist. Er ist ja sonst blind. Es handelte sich auch um eine größere Ansammlung Blut. Auch hatte er schon Blitze und Sehstörungen. Wir konnten den Ernst der Lage nicht selbst abschätzen."

Um aber nicht übertrieben zu reagieren, wollte Frank sich beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst informieren. Immer wieder rief die Familie an - und landete in endloser Warteschleife. Schließlich nach einer Stunde, schon völlig entnervt, wählte man doch die 192 22 und landete prompt bei einem Ansprechpartner in der Rettungsleitstelle des Landratsamtes München. Dort war man sofort und schnell hilfsbereit: Das Problem wurde angehört und keine 30 Minuten später war ein Rettungswagen da, der den Patienten zur Augenabteilung ins Klinikum "Rechts der Isar" fuhr. Eine Ärztin untersuchte Gustav Frank und stellte zur Erleichterung der Familie keine schwerwiegenden Schäden fest.

"Das hätte man durch ein Telefonat mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst vielleicht auch gleich vor Ort noch klären können", ärgert sich Günther Frank. Die Sorge um seinen Vater beschäftigte die Familie so aber den gesamten Vormittag, von den Kosten Beschwerdebrief an Kassenärzte-Vereinigung für den Rettungswagen ganz abgesehen. Frank: "Als Betroffener beziehungsweise Hilfesuchender stellt sich mir doch die Frage, was nützt so eine Nummer und ein toller Slogan, wenn diese Stelle, zumindest am Wochenende, total überfordert ist und man dann doch nach unzähligen versuchen und unnötiger, vielleicht sogar lebensgefährlicher Verzögerung letztendlich doch die Notrufnummer 112 oder 19 222 anrufen muss." Ihren Ärger über den Vorfall am Wochenende hat Familie Frank gleich per Brief der Kassenärztlichen Vereinigung München Stadt und Land zugesandt. Frank: "So etwas darf einfach nicht vorkommen." agm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Im Streit ums Further Bad glätten sich die Wogen
Gewaltig rumort hatte es Ende vergangenen Jahres im „Verein Freunde Bad Furth“. Am Montag, 6. Juli,  hat der Badverein Susann Kosmalla zur neuen Vorsitzenden gewählt - …
Im Streit ums Further Bad glätten sich die Wogen
Nur mit Online-Ticket ins Freibad: Senioren sauer
Das Unterhachinger Freibad hat wieder geöffnet. Doch rein darf nur, wer vorher über PayPal online ein Ticket bucht. Das stößt Besuchern übel auf. Vor allem Ältere fühlen …
Nur mit Online-Ticket ins Freibad: Senioren sauer
Party, Müll und überall Stand-Up-Paddler: Immer mehr Ausflügler belagern Sport-Anlage im Münchner Norden
Die Regattaanlage Oberschleißheim wird in Zeiten von Corona noch stärker zum Ausflugsziel. Die Polizei musste Party-Gruppen auflösen, dazu kommen Klagen über Müll und …
Party, Müll und überall Stand-Up-Paddler: Immer mehr Ausflügler belagern Sport-Anlage im Münchner Norden
Whisky aus der Grafschaft Yserrain
Während sich der Papa dem Wein verschrieben hat, brennt der Sohn für Whisky: Seit drei Jahren stellt Adolf-Michael Sieber aus Ismaning die edle Spirituose her, seit …
Whisky aus der Grafschaft Yserrain

Kommentare