Der Sportpark ist beschlagnahmt: Landrat Göbel (r.) und Bürgermeister Sander in der Notunterkunft. Foto: std

Notfallplan als Dauerlösung?

Taufkirchen - Sportverein leidet unter der Beschlagnahmung des Sportparks

Taufkirchen - Wird die Gemeinde Taufkirchen jetzt abgestraft, weil sie bis dato keine Unterkunft für Asylbewerber vorweisen kann? Dieser Verdacht treibt den Präsidenten des SV-DJK Taufkirchen um. Klaus Brandmaier hat das Rederecht im Gemeinderat genutzt, um die Probleme des Vereins seit der Beschlagnahme des Sportparks zu erläutern. Wie berichtet dient die Einrichtung im Rahmen eines sogenannten Winternotfallplans seit kurzem als Unterkunft für Asylbewerber.

Der Verein ist von der Maßnahme erheblich betroffen. „Wir mussten kurzfristig Ersatzlösungen für 170 Trainingsstunden finden“ - etwa im Ritter-Hilprand-Hof, anderen Hallen und Einrichtungen der Gemeinde. Rund 1500 Sportler müssen in neue Quartiere ausweichen, sagte Brandmaier. Obwohl Vorstand und Mitglieder „großes Verständnis“ zeigten, ist der Verein skeptisch, dass der Sportpark „nach fünf bis sechs Wochen“ wieder zur Verfügung stehen wird.

Die Skepsis beruht unter anderem auf einer Äußerung aus der Kreisbehörde: „In der Taufkirchner Schulturnhalle ist eine Mischung aus Erstaufnahme-Einrichtung und Asylbewerber-Unterkunft entstanden.“ Nun vermuten die Sportler, „dass diese Situation von vorneherein so feststand und dass Taufkirchen eventuell dafür abgestraft wird, dass bisher keine Asylbewerber-Unterkunft bereit gestellt wurde“.

Von Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) wollte der Sport-Präsident konkret wissen: „Wie sieht der Zeitplan eines längst fälligen Asylbewerberheims auf den Köglfeldern aus?“ Nach Brandmaiers Ansicht ist es realistisch, „dass die Notaufnahme im Sportpark so lange besteht bis eine Flüchtlings-Unterkunft in Betrieb ist“. Das dauert mindestens ein Jahr, fürchtet der Sportler. In dieser Zeit könnten „Abteilungen auseinanderbrechen und Mitglieder abwandern“.

Rathauschef Sander erinnerte im Plenum daran, „dass die Zwangsmaßnahme ganz kurzfristig über Taufkirchen hereingebrochen ist“. Es sei immer die Rede von fünf bis sechs Wochen gewesen, vielleicht auch von sechs bis acht Wochen. Länger jedoch seien die Zustände nicht haltbar: „Es fallen Schulstunden aus und es kann nicht sein, dass ein Vereinsleben den Bach runtergeht.“ Auch für die Flüchtlinge seien die Zustände in der Halle nicht optimal: „Da steht Bett neben Bett.“

Nach Aussage des Bürgermeisters steht die Gemeinde in Kontakt mit Landratsamt und Regierungspräsidenten. Sollte sich der Notfallplan zur Dauerlösung ausweiten, „müssen wir überlegen, was dann zu tun ist“.

ee

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