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Bettenbau: Johanniter richten die Unterkunft in Dornach ein.

Im Gewerbegebiet

Notunterkunft für bis zu 5000 Flüchtlinge in Dornach

Dornach – Die Flüchtlingsnotunterkunft Dornach (Gemeinde Aschheim) hat am Samstag ihren Betrieb aufgenommen. Der Start erfolgte von Null auf Hundert in dem bislang leer stehenden Bürogebäude im Gewerbegebiet am Einsteinring. Mittlerweile ist schon eine Erweiterung der Aufnahmeeinrichtung beschlossene Sache, laut Landrat Christoph Göbel auf bis zu 5000 Flüchtlinge (s. Bericht oben) – in einer Gemeinde mit gut 8000 Einwohnern. Über die Situation in Dornach informieren die Regierungsvizepräsidentin Maria Els, Landrat Göbel und Aschheims Bürgermeister Thomas Glashauser am Dienstag, 15. September, um 19.30 Uhr im Feststadl Aschheim.

Am Samstag kamen alle fünf Minuten zwei Busse mit Flüchtlingen vom Münchner Hauptbahnhof und sorgten für Stress in Dornach, wo die Johanniter quasi überrannt wurden. „Wir sind mit den Strichlisten der ankommenden Leute gar nicht mehr nachgekommen“, sagt Gerhard Bieber, Pressesprecher der Johanniter. Die Zählungen ergaben, dass zunächst rund 1200 Menschen in dem Gebäude ein Dach über dem Kopf bekamen. Die Erstaufnahme wurde mittlerweile auf 1500 Plätze ausgebaut und bekommt nun eine weitere Erweiterung mit dem Nebengebäude.

Für diesen Ausbau rückt die Bundeswehr an, weil die Johanniter plus die freiwilligen Helfer diese Arbeit nicht mehr leisten können. „Wir sind an der Grenze unserer Möglichkeiten angekommen“, sagt Bieber. Er dankt auch dem Helferkreis aus Aschheim, der mit seinem Netzwerk eine große Säule dieser enormen Hilfsaktion ist.

Die Johanniter stellen für das Gebäude in Dornach derzeit auch medizinische Helfer ein für die Erstversorgung. In dem Gebäude sollen die Flüchtlinge für mindestens 24 Stunden zur Ruhe kommen und medizinisch untersucht werden. In manchen Fällen gestaltet sich das schwierig, weil manche der vom Hauptbahnhof in die Erstaufnahme gebrachten Menschen gleich wieder verschwinden. Immer wieder gab es in den ersten Stunden des Betriebs Fälle, in denen die Menschen die Unterkunft wieder verlassen haben, um sich auf den Weg zu ihren an anderen Orten in Deutschland untergebrachten Familien zu machen. „Dieses Bürogebäude hat so viele Notausgänge, dass das nicht zu kontrollieren ist“, sagt Bieber.

Johanniter suchen Helfer

In den kommenden Tagen benötigen die Johanniter weitere Hilfe, um die Menschen bestmöglich versorgen und unterbringen zu können: Bei der Kleider- und Essensausgabe, beim Verteilen von Hygienesets und Decken, zur Betreuung von Flüchtlingen und als Dolmetscher für Arabisch, Dari, Farsi (Persisch), Französisch aber auch Serbisch. Freiwillige können sich unter Tel. 0173/910 12 49 melden. 

Spenden erbeten

Auch die ersten Kleidungsspenden wurden gestern sortiert. Dringend benötigt werden noch Unterwäsche, Socken und Herrenbekleidung in kleinen Größen (bis 50 bzw. S und M) sowie Büromaterial; von Tischen und Kaffeemaschinen über Farbdrucker, Flipcharts und Pinwände bis hin zum Großkopierer. Ansprechpartner für Sachspenden erreicht man unter 0172/251 25 21. nb

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