Interview mit Max Wagmann

"Wir haben immer noch kein Grundstück"

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Landkreis - Max Wagmann ist Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt. Seit Jahren wirbt er erfolglos für den AWOhnbau. 

Der Ärger ist Max Wagmann bei der Pressekonferenz der AWO-Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit anzumerken. Seit drei Jahren tingelt der AWO-Kreisvorsitzende durch die 29 Landkreisgemeinden und wirbt bei Bürgermeistern und Landrat für die Wohnungsbaugenossenschaft „AWOhnbau“ und für den Bau von bezahlbaren Wohnungen. 

Warum geht nichts vorwärts?

AWO-Kreisvorsitzender Max Wagmann.

Max Wagmann: Wir stehen in den Startlöchern. Aber wir haben immer noch kein Grundstück. In Kirchheim hatten wir ein sehr geeignetes Grundstück an der Münchner Straße, es gab eine Interessensgruppe und eine fast fertige Eingabeplanung. Aber nach der Kommunalwahl wurde unser Genossenschaftsprojekt vom neuen Bürgermeister und vom Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung gestoppt. Den Auftrag hat dann die Baugesellschaft München Land (BML, Anmerk. d. Red.) bekommen. Dadurch ist mindestens ein Jahr verloren gegangen. Bisher ist nicht einmal der erste Spatenstich gemacht, mit uns wäre schon das Dach drauf! So ist es uns mehrmals gegangen. 

Wo denn?

Max Wagmann: Auch in Aying waren wir schon nahe dran. Das Projekt wurde schlussendlich der BML gegeben. Genau so war es in Planegg nach dem Tod von Annemarie Detsch. Nach dem Bürgermeisterwechsel bekam die BML den Auftrag. 

Die BML kann sich vor Aufträgen nicht retten. Sie weist Aufträge der Kommunen ab, weil sie so überlastet ist. Aber die AWO bekommt keinen Fuß in die Tür. Warum bekommen Sie keine Chance?

Max Wagmann: Das weiß ich nicht. Vielleicht liegt es an meiner Person . . . Nein. Nüchtern betrachtet fehlen uns einfach die Referenzen. Wir haben noch nichts gebaut, was wir vorweisen könnten. 

Der Wohnungsbau ist schon lange eine drängende Aufgabe für die Kommunen. Anerkannte Asylbewerber müssen auch untergebracht werden. Was steckt dahinter, wenn die AWO, die Kapazitäten hat, immer wieder zugunsten der überlasteten BML ausgebootet wird? 

Max Wagmann: Ich weiß es nicht. Mit dem Genossenschaftsmodell sind viele Bürgermeister noch nicht vertraut genug. Es gibt Bürgermeister im Aufsichtsrat der BML, die haben schon mit dem Begriff „Genosse“ ein Problem. Herr Bittner (Geschäftsführer der BML, Anmerk. d. Red.) und ich kommen aber gut miteinander aus – wir sehen uns als Ergänzung. 

Welche Vorteile bietet die Genossenschaft? 

Max Wagmann: Wir sind schneller, denn wir haben keine große Verwaltung. Wir bauen preisgünstiger und bekommen Förderungen. Wir können eine Mietpreisstabilität garantieren, so lange das Gebäude steht, zudem bekommen die Gemeinden Belegungsrechte. Ich bin sicher, wenn wir irgendwann ein Startprojekt kriegen, schaffen wir den Druchbruch. So war es auch vor zwölf Jahren, als die Awo die erste Trägerschaft für eine Kindertagesstätte bekam.

icb

Rubriklistenbild: © dpa

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