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Müll auf dem Weg: Der Oberhachinger ärgert sich über Abfall, Hundedreck und Zigarettenkippen.

Eigentümer schafft Abhilfe

Eine Mauer gegen Müll und Dreck

Müll, Hundedreck und Zigarettenkippen: Maximilian Müller aus Oberhaching hat die Nase voll. Weil die Gemeinde auf seine diversen Beschwerden nur unzureichend reagiert hat, entschied sich der ehemalige Grünen-Gemeinderat zu einer rigorosen Maßnahme: Mit einer Holzwand schneidet er den Spaziergängern den Weg ab.

Oberhaching – „Es reicht“, sagt Müller. In der Summe sei jetzt einfach ein Punkt erreicht, der ihn zum Handeln zwinge. Mit seiner zwei Meter hohen Trennmauer aus Holz ist der Mess- und Regelmechaniker seit Anfang Januar in den Schlagzeilen. Wie berichtet hatte Müller den Durchgang von der Karlstraße zur Tisinstraße versperrt, weil er sich nachhaltig über Müll und Unrat ärgert, den Fußgänger und Hundehalter dort sorglos hinterlassen. „Immer häufiger nutzen Jugendliche den Bereich zum Trinken und Rauchen und machen Lärm“, kritisiert Müller. „Anschließend werfen sie ihre Bierflaschen über die Hecke in den Garten und lassen ihre Kippen liegen.“ 

Passanten nutzten beim Burschenfest den Garten als Toilette

Andere nehmen sich im Frühjahr Äpfel oder Zwetschgen von den Bäumen, beißen hinein und werfen, das Obst einfach wieder zu Boden. Während des Burschenfests nutzten Passanten den anliegenden Garten gar als Toilette, „und das nicht nur für das kleine Geschäft“, ärgert sich Müller noch heute. Vor ein paar Jahren sperrte er den Weg sogar schon einmal. „Ich habe ja kein Problem damit, wenn die Leute den Weg nutzen, wenn sie dabei das Eigentum achten“, sagt Müller. Und ein 50 Meter langer Abschnitt des Wegs ist eben sein Eigentum, der Weg verläuft auf seinem Grundstück. Die Gemeinde Oberhaching hat ein sogenanntes Gehrecht. Das bedeutet, dass die Öffentlichkeit den Weg nutzen darf. Im Gegenzug ist die Kommune verpflichtet, den Weg sauber zu halten. Das funktioniert nach Müllers Ansicht nicht immer. „Nach meinen Beschwerden ging es zwei, drei Wochen oder maximal einen Monat lang gut, dann wurde es wieder schlimmer“, berichtet Müller. Drei Mal in den vergangenen Monaten hat er der Gemeinde schriftlich eine Frist gesetzt. Ohne Erfolg. 

Der Oberhachinger setzt auf eine "Alles-oder-Nichts-Lösung"

Die Folge für Müller: Er zog die Mauer hoch: zwei Meter auf drei Meter, aus Massivholz. Die Gemeinde hat er im Vorfeld über die Maßnahme informiert, die er „Alles-oder-Nichts-Lösung“ nennt. Im Rathaus wusste die Bauverwaltung tatsächlich, dass Müller ernst machen will. „Deswegen kann man eine solche Wand nicht einfach bauen“, sagt Leiter Gerhard Jäger. Die Gemeinde prüft jetzt rechtliche Schritte.

Kontrahenten sind nicht unversöhnlich  

Die Spaziergänger zwischen Karlstraße und Tisinstraße haben sich mittlerweile daran gewöhnt, dass sie einen Umweg machen müssen. Für wie lange, ist unklar. Obwohl die Holzwand beide Seiten trennt, sind die Kontrahenten nicht unversöhnlich. „Es ist in aller Sinne, wenn man das Ganze endlich klärt“, sagt Bauamtsleiter Jäger. Auch Maximilian Müller hofft auf eine Übereinkunft – aber unter gewissen Voraussetzungen. „Nur wenn die Gemeinde ein rechtlich bindendes und schlüssiges Konzept erstellt“, wäre er bereit, die Mauer abzureißen. Müller stellt sich vor, erneute Verschmutzungen von einem Hausmeisterdienst sofort beseitigen zu lassen, auf Kosten der Gemeinde. Für Hunde und ihre Besitzer solle aber auch in Zukunft gelten: Durchgang verboten. Florian Prommer

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