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Der Weg ist versperrt: Jörg Koppen ist fassungslos über die Aktion des Eigentümers.

Eigentümer macht dicht

Massive Holzwand blockiert Fußweg

Oberhaching - Bis hierher und nicht weiter. Das gilt seit einigen Tagen für viele Oberhachinger, die während ihres Spaziergangs den öffentlichen Fußweg zwischen Karl- und Tisinstraße nutzen wollen. Denn seit knapp einer Woche blockiert eine massive Holzwand auf voller Breite den Durchgang auf dem 150 Meter langen Fußweg. Und das sorgt für richtig Ärger.

Vor vollendete Tatsachen sei man gestellt worden, erklärt Gerhard Jäger, Leiter der Bauverwaltung der Gemeinde, der am vergangenen Mittwoch von der Holzkonstruktion erfahren hat. Vorab informiert worden sei man nicht über das „widerrechtliche“ Bauvorhaben. Auftraggeber der Wand sei der Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Weg sich befindet. 

Den Grund für die Errichtung der Bretterwand liefert ein Hinweiszettel, der in der Nähe angebracht wurde. Dort begründet der Bauherr sein Vorgehen in der dauerhaften Verschmutzung des Wegumfeldes. Darauf habe er die Gemeinde auch immer wieder hingewiesen, berichtet Jäger. Diese besitzt dort sogenanntes Gehrecht und ist deshalb für die Säuberung des Fußwegs verantwortlich, das sei auch so vereinbart. Mindestens zwei Mal pro Woche sorgen daher Mitarbeiter des Bauhhofs für Ordnung auf dem Fußweg. „Das ist dem Eigentümer offenbar nicht genug“, meint Jäger. Auch über lärmende Jugendliche habe sich der Grundbesitzer beschwert, der für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen war. 

Von den Anwohnern selbst gab es dahingehend keine Beschwerden. Diese seien selbst verwundert über die Barrikade, erzählt Jäger. Für die Fußgänger bedeutet die Holzwand nun einen Umweg über die Pestalozzistraße oder die Hubertusstraße. Ärgerlich, findet auch Jörg Koppen, Sprecher der Agenda 21 Oberhaching, der bei seinem Nachmittagsspaziergang auf die Holzbrettkonstruktion stieß: „Der Weg stellt eine wichtige Direktverbindung für Fußgänger in Richtung Tisinstraße/Gleißental dar, umgekehrt in Richtung Kindergarten, VHS und Rathaus.“ Er fordert daher auch, „dass diese öffentliche Wegverbindung schnellstmöglich wieder hergestellt wird.“ 

Das gestaltet sich allerdings nicht so einfach. Das Gehrecht sei zwar gestört, der Grund gehöre aber immer noch dem Eigentümer. Daher könne die Gemeinde die Wand auch nicht einfach beseitigen, erklärt Gerhard Jäger. Momentan prüfe man noch rechtliche Schritte. „Wir werden auf unser Recht pochen und mit allen Mitteln versuchen, den Weg der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen“, gibt sich Jäger kämpferisch. Wann das wieder der Fall ist, sei allerdings noch nicht absehbar.

Florian Prommer

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