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Für die Bürger

Oberhachinger brauen ihr eigenes Bier

Oberhaching - Brauereigenossenschaft präsentiert sich und diverse Sorten auf einem Gründungsfest im April

Oberhachinger Wasser aus eigenen Quellen, Oberhachinger Wärme aus geothermischer Energie, Oberhachinger Strom, eine eigene Oberhachinger Musikschule, und nun Oberhachinger Bier, von Oberhachingern für Oberhachinger gebraut. „Unser Ziel ist es, die Gemeinschaft im Ort zu stärken und Menschen aller Altersklassen und sozialer Herkunft einzubinden“, sagte Bürgermeister Stefan Schelle, selbst ein Gründungsmitglied der zukünftigen Brauereigenossenschaft. 

Der Grundstein ist bereits gelegt. Am 11. November 2015 wurde die Genossenschaft offiziell ins Leben gerufen. Davor stand eine Menge intensiver Arbeit einiger aktiver Mitglieder, galt es doch zu klären, ob eine solche Genossenschaft tatsächlich umsetzbar ist und welche Ziele man langfristig verfolgen möchte. „Im Augenblick laufen wir zwei Hasen hinterher“, berichtete Florian Schärpf, Sprecher des Arbeitskreises Marketing und Vertrieb. „Zum einen geht es um das Brauen des eigenen Bieres, zum anderen um ein eigenes Bräustüberl, wo das Bier dann auch kredenzt wird.“ 

Erster Meilenstein war ein Treffen im November 2014, als sich nach einem Aufruf im Gemeindeblatt und auf Facebook rund 80 interessierte Oberhachinger zu einer ersten Veranstaltung im Gemeindesaal versammelten, wo der Chef der Kulmbacher Kommunbräu e.G., Peter Stübinger, über die Erfahrungen der kleinen Brauerei berichtete. Es folgte im Februar 2015 ein nächstes Treffen, bei dem Gerrit Blümelhuber, Geschäftsführer der Doemens-Akademie, einer Ausbildungsstätte für praxisorientiertes Brauwesen, einen Vortrag vor und 50 Interessenten hielt. „Danach war klar, dass wir keine Luftschlösser bauen, sondern eine echte Möglichkeit besteht“, sagte Schärpf. Als geschäftliche Grundlage wurde das Modell einer Genossenschaft, bei der alle an einem Strang ziehen und Mitspracherecht haben, präferiert. Man bildete drei Arbeitskreise für Finanzen  und Recht, Brautechnik und Standort sowie Vertrieb und Marketing. „Wir freuen uns sehr über das öffentliche Interesse und können wohl dem Anteilverkauf und auch dem Bierverkauf gelassen entgegen sehen.“ Das Interesse geht über alle Altersklassen und soziale Schichten. „Ein Gymnasiast hat schon angefragt, ob er Anteile auch in Raten zahlen kann“, sagte Schelle. 

Nach der Gründung im November wurde eine so genannte Brau-Eule angeschafft, die es ermöglicht, Rezepte in kleinen Mengen von 30 Litern zunächst auszuprobieren. „Mit Hilfe der Testsude können wir die Geschmacksnuancen verbessern“, erklärte Schärpf. So entstanden bereits ein süffiges Weißbier, Kellerbier und Starkbier, alle Sorten naturtrüb. „Wir legen großen Wert auf handwerklich hergestelltes Bier mit Wasser und Malz aus der Region und Hopfen aus Bayern.“ Das Bier wurde schon im Kreis der 29 Gründungsmitglieder verkostet und erhielt großes Lob von den „Kennern“.

Zum ersten Mal können die Oberhachinger am 12. März zum Konzert der Deisenhofener Blaskapelle im Bürgersaal Forstner das selbst gebraute Starkbier probieren. „Zunächst werden wir unser Bier im alten Heizwerk an der Pestalozzistraße brauen, hoffen aber langfristig auf ein Bräustüberl, wo die Gäste bei den Sudkesseln sitzen und einen angenehmen Abend verbringen“, betonte Schärpf. „Wir wünschen uns eine Brauerei zum Anfassen.“ Das lokal gebraute Bier soll in erster Linie für die Oberhachinger und die Ortsvereine sein. „Unsere Produktion zielt sicher nicht darauf ab, aufs Oktoberfest zu gehen“, scherzte Schärpf. Bei der Zeichnung der Genossenschaftsanteile wird sich herausstellen, in welchem Umfang letztlich produziert wird.

Am Freitag, 22. April, ist es soweit: Ab 19 Uhr gibt es im Bürgersaal ein großes Gründungsfest mit der Möglichkeit, die bis dato gebrauten Biere zu probieren. „An verschiedenen Ständen können sich die Bürger über die Genossenschaft informieren, die Brau-Eule sehen und natürlich auch Anteile zeichnen.“ Ein Anteil wird 250 Euro kosten. Ziel ist nicht, eine finanzielle Rendite zu erwirtschaften, diese soll nach jetziger Planung in Form von Naturalien ausgezahlt werden.

Birgit Davies 



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