Coronavirus - Impfung beim Hausarzt
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Einige ältere Landkreisbürger warten noch auf ihren Impftermin.

Landrat Göbel: Priorisierung aufheben und gleichzeitig nach Alter impfen

Viele über 70-Jährige warten noch auf ein Impfangebot

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Die Zahl der Impfdosen, die den Landkreis erreichen, steigt. Doch noch immer warten einige Ältere auf einen Termin. Unterdessen muss sich das Landratsamt erneut mit Softwareproblemen rumschlagen.

Den Unmut vieler Landkreisbürger über 70, die immer noch auf einen Impftermin warten, bekommt auch Landkreis Christoph Göbel in Gesprächen zu spüren. „Ich verstehe das System auch nicht so recht“, sagte Göbel bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Das Problem: Etwa 4000 Menschen von 70 bis 79 Jahren sind in der Prio2-Stufe noch für eine Impfung registriert, dazu kommen rund 11 000 andere, die aus verschiedenen Gründen auch in diese Prio-Gruppe fallen. Schwer zu sagen also, wann der 71-Jährige seinen Impftermin nun bekommt. Zumal es immer wieder Menschen gebe, die noch registriert seien für eine Impfung, sie aber bereits beim Hausarzt bekommen haben. „Diese sollten unbedingt ihren Account in BayIMCO lösche“, so Göbel.

Auch Privatärzte sollen impfen dürfen

Gehe es nach ihm, „hebt man die Priorisierung jetzt auf, reserviert aber für die Impfzentren eine gewisse Menge an Impfstoff, um dort weiterhin nach Alter zu impfen“. Zudem sollten auch Privatärzte so schnell wie möglich impfen dürfen. 9984 Impfdosen hat der Landkreis diese Woche erhalten, nächste Woche sollen es 11 632 sein. 89 654 Landkreisbürger sind schon geimpft, davon haben 24 875 vollständigen Impfschutz. Die 7-Tage-Inzidenz pendle derzeit zwischen den magischen Punkten 100 und 150. „Es ergeben sich also keine neuen Regelungen“, so Göbel.

Neue Software verlangt Handarbeit

Unklar ist, ober der 7-Tage-Inzidenz in der nächsten Zeit ein zuverlässiger Richtwert bleibt. Denn im Landratsamt steht erneut eine Software-Umstellung an: Das alte Programm, mit dem im Gesundheitsamt bisher die Daten Infizierter erfasst wurden und das auch zur Nachverfolgung genutzt wurde, wird heute abgeschaltet. Das neue Programm, das nun alle Gesundheitsämter in Deutschland nutzen, heißt Sormas. Das Problem: Es gibt noch keine funktionierende Schnittstelle zu den anderen Programmen, die das Gesundheitsamt verwendet, etwa zur Meldesoftware der Labore oder zur Weiterleitung der Daten – die ja dann in die 7-Tage-Inzidenz einfließen. Bis es also eine Lösung gibt, müssen viele Daten per Hand übertragen werden. Und auch wenn eine Schnittstelle eingerichtet wird, könnte es sein, dass nicht sofort alles reibungslos klappt und Zahlen nicht belastbar sind. Im Zweifelsfall, „wenn etwa die 7-Tage-Inzidenz deutlich niedriger ausfällt, als es unser Wissenstand im Gesundheitsamt belegt“, so Göbel, würde man die Maßnahmen am tatsächlichen Infektionsgeschehen ausrichten.

Test vor der Gemeinderatssitzung

Unterdessen müssen sich viele Bürger, die eine Sitzung ihres Gemeinderats besuchen, künftig vorab testen lassen – und auch die Lokalpolitiker. Das hat das bayerische Innenministerium den Kommunen in einem Schreiben nahegelegt.

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