Jutta Neumeister Geschäftsführerin Sparky`s Place
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Jutta Neumeister ist Geschäftsführerin von Sparky`s Place, Benannt nach ihrem Hund Sparky, der über die Tierrettung zu ihr gekommen war. 

Selten Leerstand

In Oberhachings Ortsmitte: Zwei neue Gastro-Läden

  • Doris Richter
    vonDoris Richter
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Im Vergleich zu anderen Ortsmitten gibt es in den Ladengeschäften in Oberhaching selten Leerstand. Jetzt haben noch zwei Gastro-Betriebe neu eröffnet.

Oberhaching – Seit Kurzem ist Oberhaching um zwei gastronomische Betriebe reicher: In der Bahnhofsstraße hat die Tagesbar „Sparky‘s Place“ eröffnet, im Laden daneben bieten seit Anfang September „Mr. und Mrs. Kebap“ türkische Spezialitäten an. Was vor allem auffällt: Leerstand gibt es in den Läden der Oberhachinger Bahnhofsstraße selten. Ganz im Gegenteil zu vielen anderen Ortszentren, wo ein Laden nach dem nächsten aufgibt und es keine Nachfolger gibt.

Zieht in Oberhaching ein Geschäft aus, zieht ein anderes zügig ein.

Zieht in Oberhaching ein Geschäft aus, zieht ein anderes meist zügig ein. Und groß ist auch die Vielfalt: Vom Metzger über mehrere Bäcker, Kosmetikgeschäfte, Optiker, Obsthändler, Friseure, Bekleidungsläden, Geschäfte für Hundebedarf, Juweliere und Buchladen, Drogeriemarkt, Schreib- und Spielwarenladen, Fahrradgeschäft, bis zum Supermarkt – alles da im Ortszentrum. Und genau darin sieht Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) auch den großen Vorteil der Gemeinde: „Wir haben eine funktionierende Ortsmitte.“ Und die Gemeinde arbeite zusammen mit dem Gewerbeverband daran, dass das auch so bleibt – mit Veranstaltungen wie dem Christkindlmarkt oder dem Straßenfest. Entscheidend sei auch, dass die Lebensmittelgeschäfte in der Ortsmitte seien und nicht irgendwo am Ortsrand. „Wo Frequenz ist, funktioniert auch das Geschäft.“

Mr & Mrs Kebab heißt der Laden von Ilker Cambel in Oberhaching. Sein Lieblingsgericht? „Lahmacun, türkischer Flammkuchen mit Hackfleisch“

Das sieht Christoph Müller-Brandt genauso. Seit 15 Jahren ist er Vorsitzender des Gewerbeverbands Oberhaching. „Strukturellen Leerstand gibt es nicht hier“, sagt er. Wenn ein Laden mal leer stehe, habe das andere Gründe, aber nicht, weil es keine Nachfrage gebe. Im Gegenteil: „Es gibt einige Unternehmen, die gerne nach Oberhaching kommen würden“, sagt Müller-Brandt. Für bestimmte Läden gebe es immer wieder Anfragen. „In anderen Gemeinden beneiden sie uns darum, das höre ich immer wieder.“

„Das Einkaufsklima im Ort ist gut.“

Es liege zum einen daran, dass Kaufkraft im Ort sei und „das Einkaufsklima im Ort gut ist“. Zudem gebe es bei den Bürgern ein Bewusstsein dafür, wie wichtig es sei, vor Ort einzukaufen – und nicht nur im Internet oder in der Münchner Innenstadt. Und der Gewerbeverband unternehme einiges, um den Bürgern klarzumachen: Kauft im Ort ein, dann bleibt es hier auch nett bei uns. Auf großformatigen Leinwänden etwa werden an verschiedenen Stellen im Ort die Einzelhändler und ihre Geschäfte gezeigt – mit der Aufforderung, ihnen die Treue zu halten.

„Was sich auch bewährt hat, ist der Gleißentaler“, sagt Müller-Brandt. In Form dieser Wertmarken bekommen Mitarbeiter der Gemeinde und von Unternehmen im Ort steuerbefreite Sachzuwendungen im Wert von 44 Euro pro Monat. Fast 300 Mitarbeiter bekommen die Gleißentaler monatlich im Gegenwert von rund 12 000 Euro – die nur in Oberhaching in den teilnehmenden Geschäften ausgegeben werden können.

Wunsch nach noch mehr Gastronomie

Und natürlich beleuchte der Gewerbeverband ständig, was man noch verbessern könne. Obwohl alles soweit gut läuft, einen Wunsch hätte Müller-Brandt doch noch: „Noch mehr Gastronomie im Ort.“ Warum es davon noch relativ wenig gebe, ist sogar ihm ein Rätsel.

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