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Anthrazit ist nicht das neue Naturrot

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Von: Birgit Davies

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Die strenge Örtliche Bauvorschrift (ÖBV) stand im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion in der jüngsten Sitzung des Oberhachinger Bau- und Werkausschusses. 
Die strenge Örtliche Bauvorschrift (ÖBV) stand im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion in der jüngsten Sitzung des Oberhachinger Bau- und Werkausschusses.  © Symbolfoto/ Uli Deck

Die strenge Örtliche Bauvorschrift (ÖBV) stand im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion in der jüngsten Sitzung des Oberhachinger Bau- und Werkausschusses.

Oberhaching - Zugrunde lag ein Antrag der WGO, die vorgegebene Farbe der Dachfläche, derzeit in der Vorschrift als „naturrot“ festgelegt, um die Farben „anthrazit“ und „dunkelgrau“ zu erweitern. „Immer mehr Dächer werden großflächig mit Photovoltaik ausgestattet und die Module sind anthrazitfarben“, meinte Simon Sainer (WGO). Daher wäre es nach dem Dafürhalten seiner Fraktion farblich passender den Rest des Daches ebenfalls in einem dunklen Farbton zu halten. Bauamtsleiter Gerhard Jäger wies darauf hin, dass die ÖBV bewusst nur eine Farbe gewählt hat, um dem Ortsbild einen ruhigen Charakter zu geben. Nach seiner Meinung würde durch eine Erweiterung der Farbauswahl langfristig ein „Flickenteppich“ entstehen. „Außerdem beißen sich das Rot der Ziegel und die Farbe der Kollektoren nicht.“

Oberhaching ist seit 1970 einen eigenen Weg gegangen

Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) holte weiter aus und betonte, dass Oberhaching bereits in den 1970er Jahren einen eigenen Weg gegangen ist, als in München und auch Nachbargemeinden Trabantensiedlungen entstanden sind. Nach seinen Worten hat die ÖBV solche Entwicklungen verhindert und Oberhaching wird heute optisch als angenehmer Ort empfunden. Sainer betonte, dass die WGO nichts Grundlegendes an der ÖBV verändern möchte, jedoch der modernen Zeit Rechnung tragen will, in der immer mehr Photovoltaik zum Einsatz kommt. Dem hielt Schelle entgegen, dass die Gemeinde PV-Anlagen auf jeden Fall befürwortet, diese jedoch auch mit einem naturroten Dach zusammenpasst. „Außerdem gibt es zahllose Schattierungen von „anthrazit“, die sogar bis ins Bläuliche reichen.“

Thema vertagt

Valentina Eckel (Grüne) schlug vor, dass die Verwaltung bestimmte Farbtöne von anthrazit festhalten und man manche Areale wie den historischen Kirchplatz vollständig herausnehmen könnte. Dazu erklärte Schelle, dass dies nicht möglich sei, sondern nur in Form von Ausnahmen gemacht werden könne. „Die Gemeinde gestattet bereits jetzt solche Ausnahmen, wobei es dabei möglich ist, einzelne Farben festzulegen, weil es sich eben um eine Ausnahme handelt.“ Würde die Farbpalette in der ÖBV erweitert, könnten auch Dächer anthrazitfarben eingedeckt werden, die gar keine Photovoltaik nutzen wollen. Letztlich wurde der Antrag auf Erweiterung der Farbpalette der Dächer in dieser Form zurückgezogen und das Thema vertagt.  

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