Thomas und Philipp Greulich
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Die Brüder Thomas und Philipp Greulich verkaufen ihren Kaffee ab sofort im alten Bahnhofsgebäude und bewirken damit noch Gutes.

Zwischennutzung in Deisenhofen: „Bean United social café“ eröffnet

Auf einen Kaffee ins alte Bahnhofsgebäude

  • Birgit Davies
    VonBirgit Davies
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Lange haben die Oberhachinger darauf gewartet: Im alten Bahnhofsgebäude in Deisenhofen kehrt wieder Leben ein. Zumindest vorübergehend für die kommenden zwei Jahre. Direkt neben der S-Bahn-Station Deisenhofen, in gemütlichem und historischem Ambiente kann man jetzt im „Bean United social café“ seinen Kaffee genießen, sich mit Freunden auf einen Plausch treffen oder entspannt Zeitung lesen.

Oberhaching Die Zwillingsbrüder Thomas und Philipp Greulich, beide in Oberhaching aufgewachsen, haben 2018 Bean United als Sozialunternehmen gegründet, um benachteiligten Menschen zu helfen sich ein besseres Leben aufzubauen. Idee ist es, mit dem Produkt Kaffee Kinder in Burundi mit einer Schulmahlzeit zu versorgen, wofür mit einem Kilo verkauftem Kaffee zehn Mahlzeiten finanziert werden über den regionalen Projekttopf der Welthungerhilfe. Parallel arbeiten die jungen Unternehmer auf fair-trade-Basis direkt mit Kaffeebauern aus Burundi, Brasilien, Guatemala und Indien zusammen.

Zwischennutzung auf 50 Quadratmetern

„Wir freuen uns sehr, dass die Gemeinde es uns ermöglicht hat, hier eine Zwischennutzung zu machen, bis in zwei Jahren das Haus komplett entkernt wird“, sagt Thomas Greulich. Der rund 50 Quadratmeter große Raum im historischen Bahnhofsgebäude wurde umgebaut, wobei der Denkmalschutz des 1862 errichteten Hauses berücksichtigt wurde. Elektrik und Sanitärbereiche mussten komplett erneuert werden, bestehen blieben das alte Fischgrätparkett und die geschwungenen Fenster. Die Wände blieben weitestgehend unverändert und große Plakate mit Fotos von den Kaffeebauern und auch Schülern aus Burundi wurden aufgehängt. Es gibt außerdem eine Anzeige, wo die Gäste mit jeder Tasse Kaffee, die sie genießen, sehen, wie viele Schulmahlzeiten durch ihren Besuch im Café ermöglicht werden. Denn bei jeder Bestellung springt die Anzeige eine Zahl höher.

Alt trifft hier auf Neu

Die Möbel haben die Brüder Secondhand erworben von anderen Gastronomen oder Privatpersonen. Ganz neu und modern aber ist der Tresen, wo eine La Marzocco Siebträgermaschine für besten Kaffeegenuss sorgt. Zudem gibt es frische Kuchen, BananaBread und andere kleine Snacks. „Da sicher auch Pendler zu uns kommen, nutzen wir die To-go-Becher von ReCup, die zurückgegeben werden“, erklärt Greulich. „Wir versuchen den Gedanken der Nachhaltigkeit so weit wie möglich umzusetzen.“ Das geht bis zum Toilettenpapier vom sozialen Unternehmen „Goldeimer“, das in Entwicklungsländern Hygiene- und Sanitärprojekte fördert. Besonders freut er sich darauf, selbst als Barista Kaffee zu servieren und ein „kunterbuntes und internationales Team“ aufzubauen. Geplant sind zudem Workshops rund ums Thema Kaffee und Nachhaltigkeit. „Wir freuen uns, den Gästen auch Näheres zu den sozialen Projekten zu erzählen, wenn Interesse besteht“, sagt Thomas Greulich.

Die regulären Öffnungszeiten sind Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag von 7 bis 16 Uhr.

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