Parkplatz mit Maisfeld und dahinter der Kirche St. Bartholomäus in Deisenhofen.
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Wo jetzt noch das Maisfeld wächst und gedeiht, werden wohl bald die Fundamente für den Schulkomplex ausgehoben. Ob die Parkplätze am Ende genügen? Foto: Birgit Davies

Neuer Schulstandort: Gemeinderat Oberhaching folgt dem Vorschlag des Planungsverbands

Campus am Bahnhof macht das Rennen

Der geplante Schulcampus mit Realschule und Fachoberschule auf dem Areal neben der S-Bahn-Haltestelle Deisenhofen ist beschlossene Sache. Dafür votierte jetzt der Gemeinderat einstimmig.

Oberhaching – Auch andere Standorte standen im Vorfeld zur Auswahl. Im Gespräch waren ein Feld direkt an der S-Bahn-Haltestelle Furth sowie ein Grundstück im Gewerbegebiet (wir berichteten). Um den am besten geeigneten Platz für die beiden Schulen zu finden, untersuchte der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München alle drei Areale. Dabei zeigte sich nach den Worten von Susanne Bauer vom Planungsverband, dass Deisenhofen „die nötigen Kriterien am besten erfüllt“. Zum einen sei der Standort sehr gut erreichbar bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, per Fahrrad und zu Fuß sowie mit dem Auto. Zum anderen gehöre das gesamte fünf Hektar große Gelände der Gemeinde, sodass der Realisierung innerhalb kurzer Zeit nichts im Weg stehe, da keine weiteren Grundstücke erworben werden müssten.

Die Kosten für das FOS-Grundstück wird der Landkreis München tragen. Für die Realschule stellt die Gemeinde das Grundstück im Erbbaurecht zur Verfügung. Die Erschließbarkeit sei mit verhältnismäßig geringem Aufwand möglich. Beide Schulen fänden dort genügend Platz, sodass man auch Synergieeffekte hätte wie eine gemeinsame Mensa oder die Mehrfachturnhalle, die von Realschule und FOS genutzt werden könnten. Sie betonte die „gute städtebauliche Integration und die mögliche positive Wirkung für die Belebung der Ortsmitte“.

Am S-Bahnhof Furth dagegen sei nur Platz für eine Schule, wodurch Synergieeffekte nicht genutzt werden könnten. Ebenso seien Grundstücksfragen nicht geklärt, da die Gemeinde nur einen Teilbereich besitze, und die Lage abseits von Geschäften schließe deren Belebung aus. Den Standort im Gewerbegebiet beurteilte der Planungsverband als „am ungünstigsten“, da eine Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlechter sei als an den beiden anderen Plätzen, der Aufwand für eine Erschließung sehr hoch wäre und die Gemeinde dort außerdem gewerbliche Entwicklungspotenziale in der Zukunft aufgeben müsste.

Schülerzahlen steigen kontinuierlich an

Wie Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) erklärte, seien beide Schulen bereits genehmigt, da sich Schülerzahlen kontinuierlich erhöhen: „Die Realschule in Holzkirchen nimmt bereits keine Kinder mehr aus Oberhaching auf und auch die Realschule Taufkirchen hat Schwierigkeiten.“ Er berichtete, dass „sich die FOS in Holzkirchen dringend einen Vorläuferbetrieb wünscht, weil die Schule voll ist“.

Die Planungen für den Campus sollen im Herbst starten, um diese Probleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen. Schelle: „Oberhaching hat aber Planungshoheit, und wir haben letztes Jahr bereits Leitlinien erarbeitet, nach denen sich die Planungen richten müssen.“ Er betonte, dass parallel Bürgerversammlungen zum Thema stattfinden würden, um allen Bedenken Rechnung zu tragen. Wie er sagte, habe die Campuslösung auch finanzielle Vorteile, da der Landkreis die Kosten für die FOS übernehme und damit auch für gemeinsame Räumlichkeiten wie Mensa oder Turnhalle.

Auch Gebiet rundherum miteinbeziehen

Die Kosten für die Realschule teilen sich die Gemeinden des Zweckverbands, wobei hier die Schülerzahlen aus jeder einzelnen Gemeinde herangezogen werden. Auf Nachfrage von Dirk Schneider (FB), wer die Kosten für die Tiefgarage trage, erklärte Schelle, dass dies beim Landkreis liege, die Gemeinde jedoch diese mitnutzen könne, beispielsweise bei abendlichen Veranstaltungen.

SPD, FB und FDP stellten einen Antrag, die Entwicklung des Gebietes rund um den Schulcampus ebenfalls in die Planungen miteinzubinden. Das würde, so die drei Fraktionen, die Bürger, die westlich des S-Bahnhofs leben, mehr einbinden und gleichzeitig eine Entlastung der Bahnhofstraße bedeuten. Stefan Schelle erklärte dazu, dass dies sowieso Bestandteil der Leitlinien sei und bereits jetzt Wohnungsbau für Lehrer und auch „Junges Wohnen“ mit preiswerten Appartements für Studenten und Azubis angedacht sei. Er schlug vor, dies nicht in einer Klausurtagung zu besprechen, wie im Antrag formuliert, sondern in öffentlicher Sitzung. Josef Ertl (CSU) warnte, nicht zu viel in das Areal zu packen, um es nicht zu überfrachten.

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