Plakat Corona Nothilfefonds
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Mit diesem Plakat wird für den Nothilfefonds geworben.

Sozialausschuss des Landkreises sieht weiter Bedarf für Betroffene

Corona-Nothilfefonds läuft weiter

  • Doris Richter
    VonDoris Richter
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Den Corona-Nothilfefonds des Landkreises soll es auch weiterhin geben. Das hat jetzt der Sozialausschuss des Kreistags beschlossen.

Landkreis - Der Landkreis München hatte den Nothilfefonds zusammen mit den Wohlfahrtsverbänden und Nachbarschaftshilfen eingerichtet, befristet bis Ende das Jahres. Das Ziel: Menschen, die während der Pandemie in Not geraten sind, unbürokratisch zu helfen.42 924 Euro kamen bis Ende Oktober an Spenden zusammen, 32 500 Euro wurden an die Wohlfahrtsverbände weitergeleitet, 10 423 Euro sind noch auf dem Konto. Mit den Spenden wurden beispielsweise Mietschulden übernommen, um zu verhindern, dass Menschen ihre Wohnung verlieren, es wurden Materialien fürs Homeschooling angeschafft, Zahnersatz, Brillen oder Hörgeräte finanziert. Der Corona-Nothilfefonds soll nun, vor allem weil die Pandemie längst nicht vorbei ist, vorerst unter dem gleichen Namen weiterlaufen. Später soll der Kreistag entscheiden, ob er unter einem neuen Namen fortgeführt wird. Die Öffentlichkeitsarbeit sollen die Wohlfahrtsverbände übernehmen.

Schnelle, unbürokratische Hilfe

„Durch den Corona-Nothilfefonds konnten die sozialen Träger viele Menschen, die durch die Corona-Krise in existenzielle Not geraten sind, unkompliziert und schnell unterstützen“, sagt Andrea Betz, Vorständin der Diakonie München und Oberbayern und Sprecherin der Wohlfahrtsverbände im Landkreis München. Viele pandemiebedingte existenzielle Notlagen könnten inzwischen durch Regelförderungen oder Stiftungsmittel aufgefangen werden. „Unsere Fachkräfte haben aber trotzdem weiter jeden Tag Kontakt mit Menschen, die berechtigte Zukunfts- und Existenzsorgen haben. Die Pläne über die Weiterführung des Fonds und eine Umwandlung in einen Nothilfefonds begrüßen wir daher sehr.“ So könnten die Beratungsdienste weiter unkomplizierte finanzielle Einzelfallhilfe leisten, unabhängig von der Ursache der Not.

Kritik an Aufwand und Ertrag

Weniger begeisterte Töne kamen von Kreisrat Ernst Weidenbusch (CSU). Er kritisierte vor allem, dass der Landkreis rund 40 000 Euro für Werbematerial und Anzeigen ausgeben habe und bisher nur gut 30 000 an Hilfen ausgegeben wurden. „Das klingt nicht wirklich supereffektiv“, meinte Weidenbusch. Auch Landrat Christoph Göbel (CSU) gab zu, dass er sich ein höhere Spendenaufkommen erhofft hätte. Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) hingegen betonte, dass die schnelle, unbürokratische Art der Hilfe „Gold wert sei“. In diesem Sinne soll es nun erst mal weitergehen. DORIS RICHTER

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