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Die Zahl der Tests in den Corona-Teststationen im Landkreis München geht zurück.

Versorgungsarzt über Corona-Tests 

Coronavirus im Landkreis: Weniger Neuinfektionen, aber keine Entwarnung

  • Marc Schreib
    vonMarc Schreib
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Die Neuinfektionen im Landkreis München sinken. Aber auch die Zahl der Tests geht zurück. Es gibt keinen Grund zur Entwarnung, sagt Versorgungsarzt Dr. Oliver Abbushi. 

Oberhaching – In der Coronakrise geht es jetzt vor allem darum, solide Strukturen zu schaffen für den Fall, dass die Zahlen steigen. Das erklärt Versorgungsarzt Dr. Oliver Abbushi gegenüber dem Münchner Merkur. Die Sicherung der Altenheime steht ebenfalls auf der Agenda. Es geht darum, die Reaktionszeiten zu verkürzen.

Die Versorgung im Landkreis München wird zu 95 Prozent getragen von den Praxen, die schon immer hier die Patienten behandeln – insbesondere im hausärztlichen Bereich. Das habe sich in der Coronakrise nicht verändert. Im Gegenteil: Die Praxen hätten die Verantwortung übernommen. „Sie meistern diese Situation, wofür Strukturen und Abläufe umgestellt werden mussten.“ Das hätten die meisten in Absprache mit ihren Kollegen in der Nähe möglich gemacht und angepackt. Unter anderem haben sie, wie Abbushi ausführt, die Testzentren ins Leben gerufen zusammen mit der jeweiligen Gemeinde.

21 Testzentren im Landkreis München

Dr. Oliver Abbushi ist Versorgungsarzt für den Landkreis München.

Im Moment gibt es im Landkreis 21 Standorte, um Testungen durchzuführen. Abbushi: „Wir möchten Verdachtspatienten und Corona-Positive, die in der Versorgung keinen Platz finden, eine zusätzliche Anlaufstelle geben.“ Denn in manchen Fällen verfügten die ärztlichen Ansprechpartner nicht über eine Schutzausrüstung oder die räumlichen Gegebenheiten sind ungeeignet. Deshalb werde derzeit an einigen bestehenden Testzentren eine zusätzliche Behandlungsmöglichkeit geschaffen. Es handle sich um ein Zusatzangebot, keinen Ersatz für die Praxen. Abbushi: „Wir haben die neuen Bereiche so verteilt, dass sie für jeden Landkreisbürger gut erreichbar sein sollten.“

Systementlastung im Münchner Raum 

Im Moment dürften nur wenige Menschen davon Gebrauch machen, die wichtigste Rolle spielen laut Abbushi weiterhin die Arztpraxen. Es handle sich um eine Vorsorge. Man könne diese Behandlungszentren flexibel nutzen, um den Patienten zu helfen - eine Entlastung zum Beispiel für Krankenhaus-Ambulanzen. Die Erkältungswelle ist abgeflacht. Das ist der Grund, weshalb die Ärzte im Landkreis in den vergangenen Tagen einen Rückgang an Corona-Fragestellungen erlebt haben. Auch in den Testzentren seien die Zahlen deutlich zurückgegangen die Menschen betreffend, die sich testen lassen wollen. Abbushi spricht momentan von einer deutlichen Systementlastung im Münchner Raum in der jüngsten Zeit.

Fälle auf Intensivstationen weitgehend unverändert

Als Folge der Kontaktsperre und der Schul- und Kindergartenschließung ist derzeit auch die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis rückläufig. Es wäre laut Abbushi jedoch verfrüht, das Phänomen mit einem Hinweis auf das Ende der Corona Krise gleichzusetzen. Man müsse hingegen aufmerksam und wachsam bleiben: „Meiner Information nach sind etwa die Fälle auf Intensivstationen weitgehend unverändert. Und auch durch die anstehenden Lockerungen der Kontaktsperre muss mit einem erneuten Anstieg der Infektionszahlen gerechnet werden.“ In jedem Fall sei es aber sinnvoll, solide Strukturen zu schaffen, da ja Corona in den nächsten Monaten sicher nicht verschwinde.

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