Mit Schnelltests bei Besuchern sollen Corona-Infektionen in Seniorenheim verhindert werden. Im Heilbrunner Seniorenheim kam es dennoch zum Ausbruch. DPA
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In den Pflegeheimen im Landkreis sind aktuell 170 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert.

Wieder Covid-Ausbruch in Einrichtungen

Landrat Göbel: Mitarbeiter tragen Virus in Pflegeheime

  • Max Wochinger
    vonMax Wochinger
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Erneut ist in einem Pflegeheim im Landkreis München das Coronavirus ausgebrochen. Wie das passieren kann? Unklar. Landrat Göbel vermutet, dass Pflegekräfte das Virus ins Haus schleppen.

Landkreis – Wieder gibt es Coronavirus-Ausbrüche in Altersheimen im Landkreis. Nun ist die Gemeinde Oberhaching betroffen. Aktuell meldet die Kommune 30 Neu-Infektionen. 20 Fälle sind auf Ansteckungen in Altenheimen zurückzuführen, bestätigt das Landratsamt auf Nachfrage.

In der Gemeinde gibt es zwei Einrichtungen: Das Altenheim St. Rita der Caritas und die Seniorenresidenz Deisenhofen. Die Einrichtung der Caritas habe aktuell sechs Neu-Infektionen, teilt eine Mitarbeiterin auf Nachfrage des Münchner Merkurs mit. Die Seniorenresidenz Deisenhofen äußert sich nicht zur Situation in ihrem Haus.

Landrat: Hoffentlich lassen sich Pfleger impfen

„Im Detail nachvollziehen“ könne man diese Ausbrüche nie, sagt Landrat Christoph Göbel (CSU). Der Politiker ist sich jedoch sicher, dass das Virus durch Mitarbeiter in die Heime eingetragen werde. Die Kontakte seien durch Hygienekonzepte weit nach unten gefahren, das Virus könne nur durch Mitarbeiter in Heime gelangen.

Deshalb hofft der Landrat darauf, dass sich Mitarbeiter gegen Covid-19 impfen lassen. Genau das würden viele Pflegekräfte im Landkreis nicht machen, so Göbel. Exakte Zahlen will der Kreispolitiker nicht herausgeben.

Aktuell 170 Pflegeheim-Bewohner infiziert

Nicht bei Mitarbeitern, sondern bei Bewohnern von Altenheimen führe eine Corona-Infektion häufig zu schwersten Verläufen oder Todesfällen, sagt der Landrat. Warum sich viele Pflegekräfte nicht impfen lassen wollen, weiß Göbel nicht. Im medizinischen Bereich sei die Bereitschaft jedenfalls höher.

Die Kreisverwaltung habe den Einrichtungen „hinterhertelefoniert“, sagt ein Mitarbeiter der Behörde. Eine Vermutung im Landratsamt: Das Pflegepersonal wolle die erste Impfung bei Bewohnern und Kollegen abwarten, und sich dann beim zweiten Impf-Termin das Vakzin spritzen lassen.

Aktuell sind 170 Bewohner in 15 Alten- und Pflegeeinrichtungen positiv auf das Coronavirus getestet worden. In fünf weiteren Einrichtungen gibt es zudem Mitarbeiter, die infiziert sind. Insgesamt sind es 103 Beschäftigte in 20 verschiedenen Heimen im Landkreis.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker. Alles, was sie zu den Corona-Impfungen wissen müssen, erfahren Sie in unserer Übersicht.

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