Das Gesicht hinter der Jalousie
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Das Gesicht hinter der Jalousie malte Helena Nowotny.

Kunst-Abiturienten des Gymnasiums Oberhaching zeigen ihre Werke zum Thema „Corona & wir“

Das Blatt vor dem Mund

Was Corona mit uns macht, damit haben sich die Schüler des Abiturjahrgangs am Oberhachinger Gymansium, die Kunst als einen Schwerpunkt gewählt haben, in ihren Werken auseinandergesetzt.

Es sind Bilder der Resignation und Einsamkeit, oft regelrechte Aufschreie – im Postkartenformat festgehalten. Mit der Pandemie und ihren Auswirkungen haben sich die Schüler des Kunst-Additums am Gymnasium Oberhaching beschäftigt. Eigentlich sollte jetzt im Rathaus große Vernissage gefeiert werden. Pandemiebedingt findet diese nun übers Internet statt.

Abgesagt hat Caterina Marchetti thematisiert.

Schon das ganze Schuljahr lief anders ab als geplant: Seit März 2020 stehen die Kursleiterin Barbara Henning-Bigelmayr und ihre Schüler des Kunst-Additums vor der Herausforderung, trotz des Distanzunterrichts gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. „Gerade zu Beginn der Pandemie gab es noch keine passenden Strukturen“, sagt Henning-Bigelmayr. „Die komplette Kommunikation lief zunächst über private Mailadressen.“

Aus der Not heraus kam ihr die Idee, sich von ihren Schülern Postkarten nach Hause schicken zu lassen, auf denen diese Sorgen und Erfahrungen mit Corona künstlerisch verarbeiten sollten. Seitdem trafen rund 360 Postkarten mit verschiedensten Motiven bei ihr ein. Auf diese Weise hielt sie Kontakt zu den Schülern und konnte beobachten, wie diese ganz unterschiedlich mit der Situation umgingen. Auf dem kleinen Postkartenformat experimentierten sie mit unterschiedlichsten Materialien. Besonders freut die inzwischen pensionierte Lehrerin und Künstlerin, dass die Jugendlichen, auch über ihre Pflicht hinaus, weiterhin Postkarten an sie schickten.

Selbstportrait mit Maske von Katarina Laux.

Die Motive sind vielfältig: von der Auseinandersetzung damit, andere nicht treffen zu können, über das regelmäßige Spazierengehen bis zur Absage aller Veranstaltungen. Auffallend oft taucht natürlich das Motiv der Maske und der verdeckten Gesichter in verschiedensten Ausprägungen auf. So gibt es neben Porträts mit medizinischen Masken auch verwischte Gesichtshälften oder ein aufgeklebtes Lindenblatt, das im wahrsten Sinne das gefühlte Blatt vor dem Mund durch die Maskenpflicht symbolisiert.

Neben den Postkarten sind in der Ausstellung „Corona & Wir“ Selbstporträts der elf Schüler – Acryl auf Leinwand – zu sehen. Barbara Henning-Bigelmayr ist sehr stolz auf ihre Schüler und hofft, dass viele Leute bei der Online-Vernissage mit dabei sind – um so den Schülern Wertschätzung für ihre Arbeit entgegenzubringen. LAURA MAY

Die Online-Vernissage

findet heute um 18.30 Uhr statt. Wer teilnehmen möchte, schickt eine Email an barbarabigelmayr@web.de, die dann einen Link zur Veranstaltung, die auf der Plattform Zoom stattfindet, schickt. Zur Eröffnung sprechen der erste Bürgermeister Stefan Schelle und der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Johannes von der Forst. Auch wer einen Termin im Rathaus hat, kann die Bilder im Foyer bewundern.

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