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Mit gesundheitlichen Problemen hatte Wirtin Sandra Richthammer am Ende zu kämpfen. Sie musste wegen Personalmangels viel selbst übernehmen. Jetzt will sie erst einmal mit ihrem Mann Uw e Urlaub machen. 

Sandra Richthammer findet klare Worte

Wirtin findet kein Personal: „Luigis“ in Deisenhofen sperrt zu

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Das beliebte Restaurant Luigis im Vereinsheim des FC Deisenhofen am Sportpark schließt dieses Wochenende seine Türen. Am Sonntag können die Gäste dort zum letzten Mal Pizza und Pasta genießen. Wirtin Sandra Richthammer muss aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.

Deisenhofen „Es tut mir in der Seele weh, aber die Gesundheit geht vor“, sagt die 47-Jährige. Vor allem der Personalmangel machte ihr zu schaffen, so dass sie nach eigenen Worten immer mehr persönlich übernehmen musste. Im Januar hörte der Pizzabäcker auf, einen Nachfolger konnte sie bis heute nicht finden. „Also musste ich selbst an den Pizzaofen zu all den anderen Sachen, die sonst noch anfallen.“

Neben dem Service stand die Pflege des großen Gartens, und die Buchhaltung „Schließlich bezahlte ich mit Schlafstörungen und einem Bandscheibenvorfall, ganz zu schweigen davon, dass meine Familie mich kaum noch gesehen hat.“ Die Probleme, geeignetes Personal zu finden, sieht sie hauptsächlich begründet im Wohnungsmangel. „Es gibt einfach keinen bezahlbaren Wohnraum im Umkreis, und so bekommt man keine Leute mehr.“

Mitarbeiter in Küche und Service sind nun mit einem Schlag arbeitslos.

Ebenfalls schließen muss das Restaurant „Mexicanos“ in Oberhaching muss schließen - dabei ist der Laden seit 22 Jahren gut besucht. Der Grund für die Geschäftsaufgabe sind nicht die fehlenden Gäste - sondern eine andere traurige Tatsache.

Als sie vor über fünf Jahren das ehemalige Vereinsheim übernommen hat, verwirklichte sie über die nächsten Jahre ihren Traum von einem gemütlichen Restaurant, in dem sich alle wohlfühlen. „Zu uns kamen Achtjährige, die sich zu dritt nach dem Fußballspielen eine Pizza geteilt haben, bis zu Senioren, die gerne die Nachmittagsstunden im schattigen Garten verbrachten.“ Damit ist nun Schluss. „Ich habe hier die schönste, aber auch die schlimmste Zeit meines Lebens verbracht“, betont die Wirtin. Sie plant nun erst einmal Urlaub mit ihrem Mann Uwe. Der Gastronomie will sie langfristig treu bleiben, aber nicht mehr selbständig tätig sein.

Der FC Deisenhofen als Verpächter bedauert die Entscheidung von Sandra Richthammer. „Wir sind immer sehr gut miteinander ausgekommen, aber die Gesundheit geht vor“, sagt Vorsitzender Martin Schmid. Wie er berichtet, sei ein Nachfolger schon in Sicht, aber da die Verträge sind noch nicht unterschrieben sind, möchte er noch keinen Namen nennen. „Wir hoffen das Lokal im Oktober wieder öffnen zu können.“

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