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Evi Richters Mutter ist vor anderthalb Jahren gestorben. Seitdem hat sie Ärger mit Vodafone. 

Plötzlich meldete sich ein Inkassobüro

Frau tappt in Vertragsfalle: Ärger mit Kabelanschluss der verstorbenen Mutter

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Obwohl ihre Mutter schon vor anderthalb Jahren gestorben ist, musste Evi Richter weiterhin den Kabelanschluss bezahlen. Sie hat sich nicht richtig informiert, ist auf einen Vertreter reingefallen. Jetzt will sie andere Menschen warnen.

München/Deisenhofen – Von Konfrontation hat Evi Richter erst mal genug. Anderthalb Jahre hat sie sich schon mit Vodafone rumgeschlagen. Obwohl ihre Mutter im Januar 2017 gestorben ist, musste die 60-jährige Erzieherin aus München weiter den Kabelanschluss in ihrem Elternhaus in Deisenhofen (Landkreis München) bezahlen. Sie hat sich nicht richtig informiert und ist dann einem Vodafone-Vertreter auf den Leim gegangen. Rund 300 Euro sollte sie zahlen.

Den neuen Kabelvertrag für ihre demente Mutter hatte Evi Richter im Oktober 2016 abgeschlossen. Ein Vodafone-Vertreter ging damals in Deisenhofen von Haus zu Haus. Er habe gewarnt, dass durch die Umstellung auf digitalen Empfang bald nur noch drei Programme zu sehen seien. „In völliger Panik habe ich dann einen neuen Vertrag abgeschlossen“, sagt Richter. Auf ihren Namen – aber mit dem Zusatz, dass der Vertrag für ihre demente Mutter sei.

In Panik geraten ist Evi Richter, weil sie gerade eine neue Vollzeit-Pflegekraft für ihre Mutter engagiert hat. „Ohne Kabelanschluss kommt da keiner“, sagt die 60-Jährige. Ihre Mutter habe darauf bestanden, zu Hause zu bleiben. Im Heim habe es Probleme gegeben. Evi Richter sah sich gezwungen, einen neuen Vertrag fürs Kabelfernsehen abzuschließen. Mittlerweile bereut sie es.

„Eigentlich hat man mich betrogen“, findet sie. Denn obwohl ihr der Vodafone-Vertreter versprochen hatte, sie müsse sich um nichts kümmern, hat er den alten Vertrag von Richters Mutter nicht storniert. Da die Verträge auf unterschiedliche Konten der Mutter liefen, fiel das der Erzieherin erst später auf. „Den alten Vertrag konnte ich problemlos kündigen. Da stand ja der Name meiner Mutter“, sagt Evi Richter.

Plötzlich meldete sich ein Inkassobüro – und forderte 300 Euro

Der neue Vertrag lief dagegen bis Anfang Juli, weil Evi Richter ihn trotz Handlungsvollmacht auf ihren Namen und nicht den ihrer Mutter abgeschlossen hat. „Sonst hätte ich den auch ganz einfach kündigen können“, erklärt sie. Im Dezember 2017 löste sie das Konto, auf das der Vertrag lief, auf und stellte die Zahlungen ein. Wenige Wochen später wurde ein Inkassobüro bei ihr vorstellig. Rund 300 Euro sollte sie bezahlen.

Sie habe beim Vertragsabschluss Fehler gemacht – das räumt Evi Richter ein. „Aber wenn man eine demente Mutter und einen krebskranken Mann hat, hat man keinen Kopf, sich zu informieren.“ Hätte sie sich mehr Zeit genommen, wäre sie nicht auf den Vertreter reingefallen. Denn die endgültige Umstellung auf digitalen Kabelempfang findet laut Vodafone-Homepage in Deisenhofen erst im kommenden September statt – und nicht schon Anfang 2017. Der Vertreter sei mittlerweile nicht mehr erreichbar, sagt Evi Richter. Deshalb warnt sie die Angehörigen von pflegebedürftigen Personen nun: „Tappt nicht in die gleiche Falle.“

Der Kabelanbieter Vodafone räumt ein, dass es ein „grundsätzliches Missverständnis“ gegeben haben könnte. Deshalb komme man der Erzieherin nun entgegen und verzichte aus Kulanz auf den gesamten offenen Rechnungsbetrag.

Die rund 300 Euro hatte Evi Richter aber schon kurz vor der Rückmeldung von Vodafone bezahlt. Sie wollte sich nicht länger über den Vertrag ärgern. Vodafone hat ihr das Geld zurückerstattet. Evi Richter will ihn an eine Einrichtung für demente Menschen spenden.

Von Sebastian Schuch

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