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Diese Graffiti sind legal: Mit viel Spaß und Kreativität haben Jugendliche mit dem Jugendtreff A12 den Beton besprüht. Links kniet Christian Zahler vom Jugendtreff, rechts steht der Künstler Carlos Aristizabal.

Jugendaktion

Diese Graffiti in Oberhaching sind legal 

Oberhachin - Farbe satt und lustige Motive statt trister grauer Betonwände verbreiten in der Unterführung, die das Gewerbegebiet mit der Siedlung an der Linienstraße verbindet, gute Laune. Ein Glücksschwein, ein Hund mit Knochen oder leuchtend gelbe Smileys sollen Leuten, die vorbeikommen, ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Im Rahmen eines Graffiti-Kurses des Jugendtreffs A12 haben neun Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 15 Jahren ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. Nach dem Motto bunt und fröhlich statt grau und trist haben sie die Unterführung zwischen Gewerbegebiet und Siedlung an der Linienstraße mit Konzentration, Akribie und Teamarbeit besprüht. Neben Glücksschwein, hund und Smileys prangt dort jetzt auch der freche Spruch „Shit Happens – but life goes on“ – darüber ein dampfender Haufen.

Aktion des Jugendtreffs A12

Die Sprayaktion in der Unterführung war der Höhepunkt des Graffiti-Kurses. „Das Ergebnis macht alle sehr stolz“, freut sich Christian Zahler vom Jugendtreff A12. Seit September haben die Kinder und Jugendlichen jede Menge Theorie und Praxis zum Thema Graffiti erfahren. Carlos Aristizabal, Student für „Interkulturelle Kommunikation“ an der FH in München, arbeitet bereits seit vielen Jahren in Jugendzentren, um jungen Menschen einen vernünftigen Zugang zu Graffiti als Ausdrucksmittel und Kunstform zu geben.

Gaudi statt Protest

Dabei spielt neben den künstlerischen Aspekten natürlich die Rolle von Graffiti als Mittel des Protests und der Kritik an der Gesellschaft eine Rolle. So haben die Jugendlichen viel über die Geschichte von Graffiti erfahren, sowie über „wildes Sprühen“ und auch darüber, wo man in der Öffentlichkeit legal Bilder machen kann.

Respekt der wilden Sprayer

Es ist bereits die dritte Unterführung im Gemeindegebiet, die nun bunt verziert ist, nach der beim Gelände des FC Deisenhofen und der Am Büchl. „Die Graffiti dort sind immer noch intakt“, freut sich Aristizabal. „Das zeigt, dass Sprayer die Kreativität anderer zu schätzen wissen und nicht wild darüber sprühen.“

Der 15-jährige Reinhard, Schüler am Gymnasium ist von „street art“ so begeistert, dass er versuchen möchte, offiziell eine Wand im Gemeindegebiet für das Sprayen zu gewinnen. „Dann könnte man einen Entwurf machen, mit den Ansprechpartnern abstimmen und zur Tat schreiten“, sagt er.

Birgit Davies

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