Die Baufläche für den Schulcampus in Oberhaching  in Nachbarschaft zu Kirche und Grundschule, am S-Bahnhof Deisenhofen
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Hier soll der Campus entstehen: in Nachbarschaft zu Kirche und Grundschule, am S-Bahnhof Deisenhofen.

Gemeinderat Oberhaching konkretisiert Vorgaben für Neubau-Projekt

Ein Schulcampus nicht nur für Schüler

  • Birgit Davies
    vonBirgit Davies
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Der neue Schulcampus am S-Bahnhof in Deisenhofen nimmt Konturen an: Der Gemeinderat hat genauere Vorgaben für die weiteren Planungen gemacht. Alle Bürger sollen profitieren.

Hohe Aufenthaltsqualität, vielseitige Nutzungen für alle Bürger und ein gut durchdachtes Grün- und Freiraumkonzept sollen die Entwicklung des Schulcampus mit Real- und Fachoberschule an der S-Bahnstation Deisenhofen prägen. Einstimmig befürworteten die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung zusätzliche und detaillierte Planungsvorgaben für das Projekt.

In einem internen Arbeitsgespräch im Oktober konkretisierten die Räte die nötigen Leitlinien, damit die Planer zu Werke gehen können. Wie Bürgermeister Stefan Schelle erläuterte, sind bereits für das Schuljahr 2022/23 erste Vorläuferklassen für die Realschule geplant. Voraussichtlich wird es aus Platzmangel nicht möglich sein, diese an anderen Realschulen unterzubringen. Taufkirchen und Holzkirchen haben bereits abgewunken, wie der Rathauschef berichtete. Daher werden wohl auf dem Gelände des künftigen Campus Schulcontainer errichtet. Nach Worten Schelles habe dies den Vorteil, dass man bereits mit einer kleinen Schule und eigenem Schulleiter am Standort beginnen könne.

Ausreichend Beleuchtung am Abend

Der Campus selbst soll öffentlich zugänglich sein und eine hohe Aufenthaltsqualität für alle Bürger haben. Dafür wichtig: Man muss sich dort sicher fühlen, auch während der Abendstunden, wenn die Schüler nicht mehr vor Ort sind. Ein entsprechend ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept soll dazu beitragen.

Wichtig ist den Räten außerdem, dass die Räume der neuen Schulen und Freiflächen vielseitig genutzt werden können für Bildung, Sport und Kultur, beispielsweise von der VHS oder Musikschule. Wünschenswert wären auch ein Skatepark, Tischtennisplatten, Brunnen ebenso wie eine Art Piazza mit Chill-Area und Amphitheater, alles möglichst verbunden mit den nebenan gelegenen Gebäuden von Kirche, Kita und Grundschule. Außerdem soll eine Fläche für Wohnungsbau im Rahmen von preisgünstigem „Jungem Wohnen“ genutzt werden mit 25 bis 30 Wohneinheiten. Größere Handels- und Dienstleistungsangebote sollen nicht entstehen, da dafür der Platz schlicht nicht ausreichen würde. Außerdem würde so mehr Verkehr entstehen. Und es ist eine klare Zielsetzung, den Schulcampus möglichst frei von Autos zu halten.

Parkplätze nur im Untergrund

Parkmöglichkeiten soll es nur im Untergeschoss geben. Vorrang haben Fußgänger, Radfahrer und Nutzer des ÖPNV. Zudem sollen ausreichend überdachte Abstellplätze für Fahrräder gebaut werden. Geplant ist außerdem ein zweiter südlicher Bahnsteigzugang mit einer breiten kombinierten Fuß- und Radwegunterführung, die der Verbindung der beiden Ortsteile ebenso dient wie dem direkten Zugang zum Schulcampus. Schelle hofft, dass man mit den präzisierten Vorgaben einen guten Weg gefunden hat, um die Funktionen umzusetzen, die man sich für alle Oberhachinger wünscht.

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