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Photovoltaik muss aufs Dach.

Lokale Bedürfnisse

Oberhaching erwägt drastische Mittel auf dem Weg zur Energie-Autarkie

  • Birgit Davies
    VonBirgit Davies
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Ein Jahr hat es gedauert, bis der energienutzungsplan fertig war. Im Gemeinderat wurde deutlich, dass in Neubaugebieten viel Veränderung stattfinden soll.

Oberhaching – „Unser Ziel ist es, dass die Gemeinde letztlich energie-autark wird.“ Diese selbstbewussten Worte sprach Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) jetzt bei der Vorstellung des umfangreichen Energienutzungsplans im Gemeinderat. Über ein Jahr erarbeitete das Ingenieurbüro Team für Technik GmbH detaillierte Angaben zu Strom- und Wärmeverbrauch auf dem Gemeindegebiet sowie das Engagement der Unternehmen, privater Haushalte und der Gemeinde selbst in Bezug auf erneuerbare Energien.

Analyse auf fast 100 Seiten

Der Energienutzungsplan zeigt zudem auf fast 100 Seiten, wie auf Basis dieser Analyse die Versorgung des gesamten Ortes mit Strom und Wärme optimal den lokalen Bedürfnissen angepasst werden kann. So bietet die Fernwärme aus Tiefengeothermie beste Möglichkeiten, die Weichen für eine CO2-arme Versorgung zu bieten. Wie Christoph Nickl vom Ingenieurbüro berichtete, sollte dieser Standortvorteil genutzt werden, um fossile Wärmeerzeuger wie Öl und Gas möglichst bald durch Anschlüsse an das Fernwärmenetz zu ersetzen. Die Stromerzeugung weist nach seinen Worten aktuell bereits einen hohen regenerativen Anteil auf, der in Zukunft am leichtesten durch eine deutliche Steigerung von Photovoltaikflächen erhöht werden kann.

Anschlusszwang im Gespräch

Vorgeschlagen wurde unter anderem, in Neubaugebieten einen Anschlusszwang an die Fernwärme sowie die Nutzung für PV-Anlagen oder auch die Vermietung der Dachflächen an die Gemeindewerke Oberhaching vorzuschreiben. Die Einbindung in das Angebot der Gemeindewerke wird nach Meinung des Ingenieurbüros spätestens im nächsten Jahr vom Zukunftsthema zur konkreten Fragestellung, die sich die Gemeinde auch in Bezug auf eigene Anlagen stellen muss.

Direktvermarktung durch Gemeindewerke?

Dabei bietet die Möglichkeit zur Direktvermarktung durch die Gemeindewerke eine Lösung, bezogen auf den so genannten „regionalen Strommarkt“. Bürgermeister Schelle sagte, dass nun entsprechende Konzepte erarbeitet werden müssten, damit die Ideen in die Tat umgesetzt werden könnten und auch zukunftstauglich seien. Sabine Hillbrand (Grüne) erinnerte daran, dass im Energienutzungsplan das Konsumverhalten und auch die Mobilität der Bürger nicht einberechnet seien. Ihm erwiderte Christoph Nickl, dass Angaben dazu zu ungenau wären, da sie auf dem persönlichen Verhalten der einzelnen Bürger beruhten, und daher nicht verarbeitet worden seien. Ebenso betonte Hillbrand, dass der PVhotovoltaik-Ausbau zügig vorangebracht werden müsse und bekam von Bürgermeister Schelle zu hören, dass dies bereits geschehe. So werde noch in diesem Jahr das Dach des Rathauses mit Photovoltaik ausgerüstet und auch die neuen Mietwohnungen für Einheimische Am Neuen Weg erhalten ebensolche Anlagen. Schelle: „Es ist wichtig, dass wir jetzt Pläne für die nahe Zukunft schmieden, um „intelligente Systeme“ auch intelligent einsetzen zu können.“

Prioritätenliste wäre sinnvoll

Margit Markl (SPD) schlug vor, eine Prioritäten-Liste zu erstellen, um möglichst frühzeitig herauszufinden, welche Projekte relevant für den nächsten Gemeindehaushalt sein werden. Einstimmig befürworteten die Gemeinderäte die energiepolitischen Maßnahmen weiterzuverfolgen und nötige konkrete Schritte bis in den Spätherbst zu erarbeiten.

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