Einmal pro Woche werden bedürftige Familien beim „Nach-Tisch“ versorgt: (v.l.) Helferin Judith Seifert, Claus Kröhl, Caritas-Integrationsberaterin Nina Hartmann, Hermann Riedel und Inhaber von „Kraut & Rüben“, Sinan Riedl.
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Einmal pro Woche werden bedürftige Familien beim „Nach-Tisch“ versorgt: (v.l.) Helferin Judith Seifert, Claus Kröhl, Caritas-Integrationsberaterin Nina Hartmann, Hermann Riedel und Inhaber von „Kraut & Rüben“, Sinan Riedl.

Bedürftige Familien fallen aus dem Raster – Helfer unterstützen mit Lebensmitteln

Hilfe für Flüchtlingsfamilien - Frische Produkte zum „Nach-Tisch“

  • Birgit Davies
    VonBirgit Davies
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Insbesondere Flüchtlingsfamilien in Oberhaching haben unter dem Lockdown stark gelitten, wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht. Da haben sich ehrenamtliche Helfer jetzt ein Herz genommen.

Oberhaching – Speziell in der Zeit des langen Lockdown über den Winter zeigte sich, dass besonders bedürftige Familien aus dem Raster fallen, wenn es um die Versorgung mit Lebensmitteln geht. Der Oberhachinger Claus Kröhl, der seit vielen Jahren ehrenamtlicher Helfer beim Hachinger Tisch ist, beobachtete, dass insbesondere Flüchtlings-Familien darunter sehr leiden. So entstand die Idee, auch kleinere Mengen an Lebensmitteln zu sammeln und direkt an diese weiterzugeben.

Gegen die Verschwendung der Lebensmittel

„Das Ziel ist, möglichst schnell und unbürokratisch zu unterstützen“, erklärt Claus Kröhl. Sinan Riedl, Inhaber des Oberhachinger Feinkostgeschäfts „Kraut & Rüben“ war gerne bereit zu helfen und gibt am Ende der Woche Obst, Gemüse und Feinkost, die ansonsten übrig bleiben würden und entsorgt werden müssten, an die mobile Lebensmittelversorgung „Nach-Tisch“. Manchmal steckt er zu den frischen Produkten auf eigene Kosten sogar noch Grundnahrungsmittel wie Mehl oder Olivenöl. „Es ist toll, auf diese Weise unbürokratisch zu helfen und gleichzeitig der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.“ Mittlerweile hat der Hachinger Tisch wieder geöffnet und kann regelmäßig Berechtigte versorgen. „Den sechs Flüchtlingsfamilien, denen wir helfen, nutzt das aber leider nichts, da sie erst Berechtigte sein können, wenn sie offiziell anerkannt sind“, meinte Kröhl. Daher sammeln er und seine ehrenamtlichen Mithelfer Hermann Riedel und Judith Seifert immer nach der Ausgabe beim Hachinger Tisch die dort übrigen Lebensmittel und verteilen sie an die Familien, die jeweils mindestens vier Personen umfassen. „Ansonsten würden diese Lebensmittel, obwohl sie noch in Ordnung sind, vernichtet werden“, sagte Judith Seifert, die darin neben der Hilfe für Bedürftige auch eine Chance sieht sich aktiv gegen die Verschwendung von Lebensmitteln einzusetzen.

Körbe gut gefüllt

Vor allem Backwaren, Obst und Gemüse sind in den Körben zu finden. „Wir werden schon immer freudig und dankbar erwartet, und es ist auch ein Zeichen von gegenseitiger Wertschätzung“, betonte Kröhl. Nina Hartmann, Integrationsberaterin bei der Caritas, ist begeistert vom Engagement der Helfer. „Unser Hilfsnetz ist für Flüchtlinge löchrig. Daher ist es wichtig, solche Projekte zu unterstützen und durch Netzwerken auch andere Helferkreise auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen“, erklärte sie.

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