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Auf dem Gelände des Altenheims St.Rita entstehen Flüchtlingsunterkünfte.

Fünf Unterkunfts-Standorte für 192 Flüchtlinge

Oberhaching will dezentrale Integration

Oberhaching - Fünf Unterkünfte im Ort verteilt: So will Oberhaching 192 Asylbewerber bestmöglich integrieren. Beim Info-Abend zeigen sich Ängste - doch nicht so laut wie anderswo.

„Im Augenblick gibt es fast nur noch zwei Seiten: Entweder Gutmenschen oder ,alle raus!‘“, sagte Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle. „Doch beides nutzt nichts, wir müssen konstruktiv miteinander umgehen, und jeder sollte zuhören, welche Gedanken sich der andere macht.“ 

Diesen Appell richtete er an rund 120 Oberhachinger bei der Info-Veranstaltung zu den geplanten Unterkünften für Flüchtlinge. Schelle berichtete, dass in diesem Sommer 192 Asylbewerber in insgesamt fünf dezentralen festen Unterkünften in Oberhaching eine Bleibe finden sollen. 

Derzeit entstehen drei Gebäude für insgesamt 48 Flüchtlinge auf dem Gelände des Caritas Alten- und Pflegeheims St. Rita. Weitere vier Unterkünfte für jeweils 36 Asylbewerber entstehen ab April an der Schulstraße gegenüber der Kirche St. Bartholomäus, am Äußeren Stockweg/Ecke Franz-Josef-Strauß-Straße, in Furth an der S-Bahn und an der Holzstraße am Wendehammer beim Friedhof.

Langfristig werden diese jedoch wahrscheinlich nicht ausreichen. Nach den aktuellen Zahlen muss die Gemeinde 349 Flüchtlinge in diesem Jahr aufnehmen. Auf Nachfrage eines Bürgers, wie man diese Zahl erfüllen möchte, erklärte Schelle, dass die Gemeinde bereits nach weiteren Grundstücken Ausschau hält – und auch bestehende Wohnungen in Betracht kämen. 

Landrat Christoph Göbel (CSU) erklärte, dass es keine genauen Zahlen gibt, da niemand einschätzen kann, wie viele Menschen letztlich heuer aus Krisenregionen in den Landkreis kommen werden. Er betonte jedoch, dass die Entscheidung Oberhachings für kleinere Wohneinheiten, verteilt über das Gemeindegebiet, sicher vorteilhaft für die Integration der Flüchtlinge sei. 

Schelles Lob galt den vielseitigen Aktivitäten des Helferkreises Asyl. Isabell Trapp, Vorsitzende des Helferkreises Asyl, meinte, dass es „sicher manchmal knirscht im Getriebe, doch mit Gelassenheit und Flexibilität lassen sich viele Probleme lösen“. Und ihre Kollegin Anja Gemmer vom Helferkreis betonte: „Unser Ziel bei der Jobvermittlung ist es, aus Sozialhilfe-Empfängern Steuerzahler zu machen. Sicher ist das manchmal schwierig aufgrund von Sprachbarrieren oder fehlender Ausbildung, doch wir sehen viel Motivation.“ 

Auf die Frage aus dem Publikum, ob mit einer Aufstockung von Zivilstreifen gerechnet werden kann, falls die Kriminalität steigen sollte, erklärte Landrat Göbel, dass man auf ein engmaschiges Betreuungs- und Sicherheitskonzept setze, um frühzeitig eingreifen zu können, falls sich problematische Situationen abzeichnen.

Eine Bürgerin äußerte sich besorgt zur Sicherheit ihres Kindes: „Ich lasse meine zwölfjährige Tochter nicht mehr allein mit dem Hund spazieren gehen.“ Göbel bat um Offenheit: „Je früher wir die Menschen integrieren, desto besser, gerade bei dezentraler Unterbringung, entsteht Nachbarschaft. Und wenn man einander kennt, kommt es weniger zu Schwierigkeiten."

Birgit Davies

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