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Die Fassade des Weißbräu ist gleich geblieben. Im Inneren verändert sich viel.

Für die Eigentümer der Deisenhofner Gaststätte steht das Hotel im Mittelpunkt

Tochter krempelt den alten Weißbräu um

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Drei Monate sind vergangen, seit der Traditionsgasthof Weißbräu in Deisenhofen unerwartet seine Türen geschlossen hat. Wie die Eigentümer Cathrin und Sebastian Köhle berichteten, war zu diesem Zeitpunkt eine Zusammenarbeit mit dem damaligen Pächter unmöglich geworden, so dass man ihm kündigen musste.

Oberhaching – Vor allem die Verbindung von Hotel und Gasthaus hat nicht gut funktioniert. Wie die Besitzer erklärten, wurden zum Teil Hotelgäste abgewiesen, die abends noch den Gasthof besuchen wollten. „Auch zahlreiche Gespräche mit dem Pächter haben leider daran nichts geändert“, sagte Sebastian Köhle.

Mittlerweile sind Teilbereiche der Gaststätte saniert und modernisiert. Der Boden fast im gesamten Gastbereich, der zuvor aus kaminroten Fliesen bestand, hat nun freundliche Holzoptik, und der Frühstücksraum im hinteren Bereich bekam einen komplett neuen Anstrich mit modernen Möbeln und einer offenen Selbstbedienungstheke. Die alten Möbel im Gastraum sind verschwunden und eine gemütliche Lounge ist entstanden. Bereits seit Herbst vergangenen Jahres, als Cathrin Köhle den Gasthof mit Hotel von ihrem Vater übernommen hat, wurden sukzessive die 32 Zimmer renoviert. „Dadurch hat sich auch der Kundenkreis verändert, heute kommen viele Privatleute, die München besuchen wollen oder auf der Durchreise sind, ebenso wie Geschäftsleute und Messebesucher“, sagte Cathrin Köhle. „Wir freuen uns, hier Gäste aus aller Welt begrüßen zu können, ob nun aus China, Japan oder Australien, die das traditionelle bayerische Ambiente sehr schätzen.“

Weißbräu über 100 Jahre alt

Der Traditionsbetrieb Weißbräu gibt es schon seit über 100 Jahren, zunächst war dort eine Weißbierbrauerei und Gaststättenbetrieb, in den 1920er Jahren kam noch ein Veranstaltungssaal dazu. In den 1970ern wurde das bestehende Gebäude umgebaut und ein Neubau errichtet, nun mit Fremdenzimmern. 1997 wurde ein zweites Hotelgebäude errichtet, mit jetzt insgesamt 32 Gästezimmern, und seit 2003 ist die Gaststätte mit Biergarten verpachtet. Cathrin Köhle erinnert sich noch, wie ihre Großmutter in der Küche gearbeitet hat, und Großvater und Vater bis 2009 noch Deisenhofner Weißbier gebraut haben.

Zukunft des Bräustüberls ungewiss

Wie es nun mit dem Betrieb der Gaststätte weitergehen soll, ist noch nicht geklärt. Zunächst wollen beide abwarten, was sich bei der Sanierung des Veranstaltungssaals ergibt. Dies ist der älteste Gebäudeteil. Es steht nicht fest, wie die Renovierung dort aussehen wird. Auch die Zukunft des Bräustüberls ist noch ungewiss. „Wir wollen nichts überstürzen, das Hotel steht im Fokus, ansonsten sind wir für Entwicklungen offen.“

Die Idee ist, dass bei einem Betrieb der Gaststätte regelmäßig abends geöffnet ist mit einer kleinen Speisekarte und einem Barbetrieb. Die Hotelgäste wird es freuen.

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