Geplantes Gewerbegebiet

Oberhaching fürchtet Taufkirchner Autoflut

  • Birgit Davies
    VonBirgit Davies
    schließen

Nicht besonders glücklich über das Gewerbegebiet, das die Gemeinde Taufkirchen plant, sind die Oberhachinger Verkehrsplaner. Sie rechnen mit einer Blechlawine, die sich bis in die Münchner Straße wälzen könnte.

Taufkirchen/Oberhaching - Das von der Gemeinde Taufkirchen geplante Gewerbegebiet an der Karwendelstraße würde nach einhelliger Meinung der Mitglieder des Oberhachinger Bau- und Werkausschusses zu viel Verkehr generieren und damit den ohnehin stark befahrenen Verkehrsknotenpunkt an der so genannten „Kibek-Kreuzung“ zu Autobahn und M11 zusätzlich belasten. Darauf weist die Gemeinde Oberhaching in einer entsprechenden Stellungnahme die Gemeinde Taufkirchen jetzt hin.

Auf einem rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstück plant ein Investor ein Einzelhandelsgeschäft sowie einen Drogeriemarkt zu errichten, beide Geschäfte mit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ziel der Gemeinde Taufkirchen ist es, auf diese Weise die Bürger im Ortsteil Potzham sowie die Mitarbeiter der umliegenden Gewerbegebiete mit Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen. Zudem wird ein Teil der Kunden auch aus Oberhaching erwartet.

Geht man von den Zahlen einer aktuellen Verkehrsuntersuchung von Verkehrsplaner Harald Kurzak aus, würden auf der Karwendelstraße täglich rund 3400 Fahrzeuge mehr unterwegs sein, was vor allem in den Abendstunden, wenn die Menschen nach der Arbeit noch einkaufen gehen, zu einer um 10 Prozent erhöhten Verkehrsbelastung am Knotenpunkt führen würde.

Damit wäre nach Aussage des Verkehrsplaners die Kapazitätsgrenze erreicht. Eine Stellungnahme der CIMA, Experte für Stadt- und Regionalentwicklung, sieht dagegen ein noch höheres Verkehrsaufkommen von 4400 bis 5000 Fahrzeugen, unter anderem durch einen Kopplungseffekt der beiden Märkte. Damit würde der Verkehr auf der Münchner Straße um 12,5 bis 15 Prozent zunehmen.

Wie Bürgermeister Stefan Schelle den Ausschussmitgliedern darlegte, ist eine „funktionierende Kreuzung für Taufkirchen und Oberhaching von gleichem Interesse“. „Von der Karwendelstraße links in die Münchner Straße abzubiegen, wird dann durchaus spannend“, meinte er. „Natürlich hat Taufkirchen Planungshoheit, doch im Rahmen der Stellungnahme können wir auf mögliche Probleme hinweisen.“

Margit Markl (SPD) fand es „nicht nachvollziehbar, dass Taufkirchen am Rand der eigenen Kommune Einzelhandel schaffen will, wo jeder Bürger das Auto braucht“. Nach ihrem Dafürhalten wären dort Büros oder Logistik-Unternehmen besser untergebracht. Karl-Heinz Kirsch (WGO) warnte zudem, dass auf der verbleibenden Restfläche des Areals in Zukunft noch weitere Einzelhandelsgeschäfte entstehen könnten.

Rubriklistenbild: © fkn

Auch interessant

Kommentare