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Gerold Huber und das Oberhachinger Kammerorchester.

Kammerorchester Oberhaching

Beifallsorkan für 13-jährige Cellistin

Oberhaching - Beim Konzert mit jungen Solisten bereitete Gerold Huber und das Kammerorchester Oberhaching die etwa 200 Besucher des Bürgersaals beim Forstner auf ihre Aufführung der Oper „Die Entführung aus dem Serail“ vor.

Eine Oberhachinger Eigenproduktion, die am Freitag, 8. Juli, in der Maschinenhalle Ödenpullach aufgeführt wird. Mit aufrüttelnden Forte-Piano-Kontrasten und zündender Janitscharen-Musik von Triangel, Becken und Trommel stürmten die Musiker durch das Presto und endeten mit sogenanntem offenem Schluss in piano.

Als Zugabe erklang die Ouvertüre mit schwungvollem Schluss in forte, geeignet für Konzerte, die freilich zu Mozarts Zeit vermutlich noch nicht stattfanden. Ließ zischende Janitscharenmusik aufhorchen, so brachten Romina Ecker (Sopran) und Niklas Fischer (Bariton) beim Duett von Susanna und Figaro mit der fröhlichen Lautmalerei von „din din“ und „don don“ (das Glöckchen des den Dienern klingelnden Grafen) das Auditorium zum Schmunzeln.

Beide sind Jugend-musiziert-Preisträger auf Landesebene. Ecker besuchte das Gymnasium Oberhaching, erhält Gesangsunterricht bei einer Dozentin, trat solistisch bei Oberhachinger Produktionen, darunter „Die Zauberflöte“, auf und studiert in der Drehbuchabteilung der Hochschule für Fernsehen und Film in München. 

Fischer wird ebenfalls in Gesang unterrichtet und trat bereits als Knabensopran auf. Mit Figaros Arie an Cherubino, „Non più andrai, farfallone amoroso“, sowie Rezitativ und Arie der Susanna, „Giunse alfin il momento“, rundeten der weich timbrierte Bariton und der leuchtend schöne Sopran ihre Auslese aus „Le Nozze di Figaro“ ansprechend ab. 

Gegenüber den Kostproben aus Mozart-Opern waren Hauptwerke Haydns das Fundament. Beim Konzert für „Violoncello und Orchester“ C-Dur Hob. VIIb:1 spielte die 13-jährige Cellistin Sophia Jellema das schwere Solo auswendig. 

Sie besucht das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking, wird seit dem sechsten Lebensjahr von Florian Stepp, einem der Profis des Kammerorchesters, unterrichtet und errang zahlreiche erste Plätze beim Landeswettbewerb. Mit energischem Zugriff, dann ebenso empfindsam gestaltete sie das Moderato. Beim Adagio, von den Streichern ohne die Bläser geschmeidig eingeleitet, entfaltete sie ihren Part, besonders auch in der Kadenz, wunderschön sanglich. Auch den heiklen Eilpassagen des Allegro molto war sie gewachsen, so dass man ein wahres Feuerwerk erleben konnte. Ein Beifallsorkan erhob sich. 

Bei Haydns „Sinfonie mit dem Paukenschlag“ G-Dur Nr. 94 motivierte Huber sein Orchester einmal mehr zu musikantischer Wiedergabe, dem leidenschaftlichen Einsatz der auf Genauigkeit bedachten Amateure gemäß. Effektvoll schien der Wechsel vom kleinen Adagio cantabile zum Vivace assai, bereits mit Paukenschlägen. 

Im Andante tat der vereinzelte Schlag seine Wirkung, weshalb andere Nationen die Sinfonie „Die Überraschung“ nennen. Mit dem Menuett, von Haydns üblicher Gangart abweichendes allegro molto, und dem Allegro-molto-Finale rundete das Kammerorchester das in sich stimmige Konzert gekonnt ab.

Arno Preiser

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