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Virtuose Volksmusik mit einer guten Prise Humor verbindet die Familienmusik „Servi“ im Forstnersaal Oberhaching.

Herbstkonzert des VdK: Der Kontrabass fällt, die Musik lebt

Oberhaching - Als virtuose Vertreter der Volksmusik und wackere Streiter für Humor als Grundlage bayrischer Lebensart war die Familienmusik „Servi“ beim Herbstkonzert des Sozialverbands VDK-Ortsverband Oberhaching-Sauerlach im Forstner-Saal willkommen.

Und selbst, dass der Kontrabass von der Bühne fiel und, schwer beschädigt, ersetzt werden musste, schadete dem Musikgenuss nicht.

 Die Familienmusik scherzte über das Kauderwelsch im deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Erzählte die Moritat über einen Autofahrer, einen von ihm Überfahrenen, einen am Straßenrand Stehenden sowie Petrus, der den Verstorbenen im Himmel betreut – jeder mit dem Handy in der Hand. Mit einem Csárdás von Würthner griffen Gertraud (Harfe), Klaus (Gitarre), Johannes (Harmonika) und Leonhard (Kontrabass, meist gezupft, doch auch gestrichen) ins Akkordeonisten-Repertoire. 

Die Harfenistin spielte auf der eher selten zu sehenden Scherr-Zither mit dem Ensemble ein Allgäuer Stückl, zumal die Zither dort noch verwendet wird, und ließ mit kraftvollem Klang, dem Tremolo verwandt, aufhorchen. Der Harmonika-Spieler stellte den hölzernen Glachter vor, ein Xylophon in Trapezform. Als Melodiegeber beherrschte er blitzschnelles Musizieren, womit er dem Titel des gemeinsamen Stücks, „Der Wirbelwind“, voll und ganz entsprach.

 Auch bot der Glachter-Spieler samt Familie melodiöse Filmmusik, während man das unheimliche Motiv aus dem „Dritten Mann“ gern von Harfe, Gitarre, Ziach und gezupftem Bass hörte. „A Stückl vom Bach“ kündigte Klaus als zünftiger Moderator an, doch „ned vom Hachinger Bach“: Der Choral „Brich an, o schönes Morgenlicht“ aus dem Weihnachtsoratorium erforderte von der Ziach den Bass sowie obere Stimmen. 

Für die fröhlich-beschwingte, zum Tanzen geneigte Gemütslage polierten die Vier den „Gungl Boarischer“ als Non plus ultra auf, an der Basstrompete gab Leonhard den Ton an. Als „besonderes Stück“ erklang „Der Sonntagswalzer“ an einem Samstag, wie beim Original mit Tobi Reiser klang hell das Hackbrett heraus, gefolgt vom flotten „LeckMichaMarsch“. Alpenländische Weisen fächerten sich bis zum „Servinischen Tanz“ auf, den ein Musiker der Familie widmete, mit markantem Hackbrett-Duo. 

Aufregung brachte gegen Ende der Veranstaltung das Missgeschick mit dem Kontrabass: Nicht ganz standfest in der Halterung abgestellt, stürzte er mit Getöse vom Podium und wurde schwer beschädigt. So änderten die Musiker die Endrunde ihres Programms und ersetzten den Kontrabass durch ein Flügelhorn.

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